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Blaue Stunden im „Grauen Haus“ - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

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Blaue Stunden im „Grauen Haus“

Zwei Richterinnen waren am gleichen Tag Anfang Jänner mit zwei Medienverfahren gegen die Tageszeitung „Österreich“ beschäftigt, wobei in beiden Fällen FPÖ-Parteichef Heinz Christian Strache eine wichtige Rolle spielte.

In der Causa Nr. 1 ging es wieder einmal um 20 Jahre alte Fotos des heute 38-jährigen blauen Politikers. Laut „Österreich“ würden die Fotos belegen, dass Strache zu einer „Fraktion“ des als Neonazi verurteilten Gerd Honsik gehörte oder an einer Veranstaltung einer von ihm organisierten Wehrsportgruppe teilgenommen habe. Der „Journalist“ hat über den Beginn des Verfahrens im Heft 10-11/2007 berichtet.

Honsik war 1992 wegen NS-Wiederbetätigung zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden, aber nach Spanien geflohen. Von dort aus klagte er wegen ehrenrühriger Formulierungen im Strache-Bericht das Fellner-Blatt. Nach dem Prozess-start war Honsik im Vorjahr in Spanien verhaftet und ins Gefängnis nach Wien gebracht worden. In Handschellen und bewacht von zwei Justizbeamten erschien er jetzt im Gerichtssaal, wo er jeden Kontakt mit Strache bestritt.

Im März sollen neue Zeugen gehört werden, um den Streit entscheiden zu können. Bis dahin werden wohl die meisten vergessen haben, worum es eigentlich ging.

Nebenbuhler. Die Causa Nr. 2 besticht durch die skurrile Ausgangslage. H. C. Strache hatte einen Detektiv auf einen Mann angesetzt, der mit seiner Ehefrau in Kontakt stand. Nach der Scheidung von seiner Gattin Daniela klagte er den Nebenbuhler auf Ersatz der Überwachungskosten in Höhe von 9.564 Euro. Zu der peinlichen Verhandlung kam es allerdings nicht, der Termin wurde abberaumt, doch erfuhr „Österreich“ von der Geschichte und berichtete im August des Vorjahrs ausführlich darüber. Im Text: Zitate von Daniela Strache. Niemals habe sie ein Interview gegeben, erklärte die Frau nun vor Gericht, bei einem Telefonat mit Wolfgang Fellner habe sie im Gegenteil ausdrücklich verlangt, dass nichts über ihre Person veröffentlicht werde. Wegen übler Nachrede und Eingriff in ihre Privatsphäre will sie eine Entschädigung, „in einer Höhe, die sich um 10.000 Euro bewegen muss“, erklärte ihr Anwalt Johannes Hübner.

Der Prozess wurde vertagt, doch Anfang Februar gab dann „Österreich“-Chef Fellner als Zeuge seine Version des Telefonats zu Protokoll. Er habe das Gespräch vom 24. August per Spezialschaltung elektronisch auf seinem Computer gespeichert. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden dann Details des Gesprächs erörtert, aber nicht geklärt. Um die Technik der Aufzeichnung zu untersuchen oder doch einen Vergleich zu ermöglichen, wurde der Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2008 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 15 bis 15. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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