Warning: Use of undefined constant cms_navigation_js - assumed 'cms_navigation_js' (this will throw an Error in a future version of PHP) in /var/www/journalist.at/www/htdocs/wp-content/plugins/cms-navigation/CMS-Navigation.php on line 361
Der Tschadist - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2008 » Ausgabe 02+03/2008 »

Porträt

Der Tschadist

Von Elisabeth Horvath

Andreas Lexer, Außenpolitikreporter für die Tageszeitung "Österreich", vormals Soldat im zweimaligen Einsatz auf Zypern, war als einziger Journalist Österreichs bei dem Rebellen-Überfall im Tschad vor Ort.

Er hasst Waffen, das Abenteuer der großen, weiten Welt indes liebt er. „Nur dumme Menschen tragen Waffen“, sagt er. Ihn fasziniere die Diplomatie als Konfliktlösungsinstrument. Andreas Lexer, 33, Reporter für die Tageszeitung „Österreich“, ist der einzige Journalist der Republik, der Ende Jänner den überfallsartigen Angriff der Rebellen auf die Hauptstadt des Tschad ‚N’Djamena, persönlich miterlebt hat. Andere Medien, der ORF etwa, wollten erst Tage später ihre Leute in den Tschad schicken, um über den Truppenaufmarsch der österreichischen Soldaten zu berichten.

Himmel und Hölle. Natürlich habe er Angst gehabt, erzählt der „Österreich“-Mann für internationale Katastrophen- und Risikoeinsätze einen Tag nach seiner Rückkehr im Wiener Café „Eiles“ bei einem „Häferlkaffee“. Zumal die Franzosen entgegen ihrer Zusage, Lexer, den Chef des von Rebellen bedrohten Hotels Kempinsky und dessen Angestellte umgehend zu evakuieren, nicht aufgetaucht waren. Woraufhin die „Österreich“-Herausgeber Wolfgang Fellner und Werner Schima in Wien Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt und bei Verteidigungs- und Außenministerium Druck gemacht haben, den diese wiederum an die Pariser Stellen weitergaben. Resultat: Plötzlich war der Chef des österreichischen Soldatenkontingents, Heinz Assmann, gemeinsam mit Jagdkommandosoldaten und französischen Spezialeinheiten vor dem Hotel vorgefahren, um die kleine Zivilistengruppe auf den Flughafen zu bringen. „Man fühlt sich ein bisschen behütet“, bekennt der Reporter, „wenn die Chefs so hinter einem stehen.“

Für Frieden sorgen. Andreas Lexer, hochgewachsen, ein lockerer Typ mit fast stahlblauen Augen und sprechendem Blick, ist gebürtiger Tiroler, unverheiratet und kinderlos. Seine Mutter ist Kindergärtnerin, seine Schwester, 28, erwartet demnächst einen Buben, dessen Taufpate er werden wird. In Telfs absolviert Lexer das Gymnasium, danach folgt der Dienst beim Bundesheer, anschließend meldet er sich freiwillig zu den Blauhelmen. Mitte 1995 wird er nach Zypern geschickt, ein Jahr später noch einmal für zwölf Monate. „In diesem Alter“, erinnert sich Lexer, „denkt man als Blauhelm noch, dass man für Frieden sorgen kann.“ Später studiert er Dolmetsch (Englisch, Spanisch, Italienisch) und vervollständigt seine Französisch-Kenntnisse aus der Schule. Seit eineinhalb Jahren lernt er Arabisch mit einem Privatlehrer.

Vorbild Seifert. Der Tiroler beginnt für Uni-Press zu schreiben, später für das Tiroler „Echo“-Magazin und dolmetscht für internationale Jugendorganisationen wie etwa die „internationale Arbeiterjugend“. Eine Zeitlang werkt er für Radio Arabella, später im „Niederösterreich-Kurier“ in der Chronik. Daneben absolviert er das Masterprogramm Journalismus an der Universität Krems, wo er auf sein „großes Vorbild“ (Lexer) Thomas Seifert trifft, dessen Schüler er ist. Seifert ist Mitbegründer des „Format“ und außenpolitischer Redakteur in der „Presse“. An der Universität Krems ist er Dozent im Fach Journalismus.

Als Tiroler wird Lexer vom Tiroler und „Österreich“-Chefredakteur Claus Reitan ins Blatt geholt. Lexer ist von Anfang an dabei und ist dem Ressort Außenpolitik zugereiht. Später gibt es ein eigenes Ressort „Tagesthemen“. Andreas Lexer war in den Krisen- bzw. Kriegsherden Irak und Libanon, berichtete über die Familie Arigonas im Kosovo und die Mafiamorde in Neapel. Ins Ressort „Innenpolitik“ würde er nie wechseln wollen, habe Österreich doch eine sehr „nach innen gerichtete Innenpolitik“. Von außerhalb Österreichs zu berichten, „ist viel spannender und vielfältiger. Und das kann man nur von vor Ort.“

Erschienen in Ausgabe 02+03/2008 in der Rubrik „Porträt“ auf Seite 82 bis 83 Autor/en: Elisabeth Horvath. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

;