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Ein Montag im Fasching

Alle waren überrascht und viele verdutzt, als der Bundespressedienst für den Faschingsmontag zu einem „Bundespressefest“ ins Kanzleramt lud. Die Mediensektion der Regierung war seit Jahrzehnten eher für knorrige Terminankündigungen und die Ausgabe von Akkreditierungen bei Staatsbesuchen bekannt. Diesmal allerdings durften sich Journalisten, Auslandskorrespondenten und Presseattaches, vom Kanzler Alfred Gusenbauer etwas schnoddrig als „Kundschaft des Bundespressedienstes“ begrüßt, im Ministerratssaal und den anschließenden eher engen Räumlichkeiten des Regierungssitzes vergnügen.

Die Bedeutung, die Journalisten dem Presseamt zumessen, steht im umgekehrten Verhältnis zum hohen ideologischen Engagement, mit dem regierende Politiker seit den 90er Jahren politische Umfärbungen vornehmen. Die schon historische Hofratssektion von Vinzenz Ludwig Ostry (Radiokommentar: „Man steht am Fenster“) ging 1969 in die Hände des CVers Herbert Neumayer über, der sie trotz oder wegen Bruno Kreisky weitere 20 Jahre souverän leitete. Seine Pensionierung Ende 1997 löste die erste Umfärbung der Sektion durch Bundeskanzler Viktor Klima aus. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel strukturierte 2003 um und färbte zurück, so dass Nachfolger Alfred Gusenbauer 2007 erneut Handlungsbedarf verspürte und seinen Gästen die gelungene Revitalisierung des Bundespressedienstes verkündete. Dessen Chef Samo Kobenter ist sogar Herausgeber der „Wiener Zeitung“ geworden, denn auch dort stellt sich angesichts des unkontrollierbaren demokratischen Wechselspiels durch Nationalratswahlen die Frage, welche Farbe im offiziellen Organ der Republik die richtige ist.

Den Journalisten ist das alles nicht nur am Faschingsmontag, sondern das ganze Jahr über ziemlich egal. Auf der Suche nach dem Kern der im Fest enthaltenen Botschaft stießen sie auf Speis und Trank, und ihr wertfreies Urteil lautete nachher: Beides echt super. Engelbert Washietl

Erschienen in Ausgabe 02+03/2008 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 64 bis 65. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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