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„Geborgte Macht“ - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2008 » Ausgabe 02+03/2008 »

Journalistin

„Geborgte Macht“

Von Elisabeth Horvath

Sie sind professionell, engagiert, selbstbewusst und Vollprofis. Zur Macht haben Österreichs leitende Top-Journalistinnen ein differenziertes und eher distanziertes Verhältnis. So wollen sie jedenfalls verstanden werden.

Wie gehen Österreichs Top-Journalistinnen in Führungspositionen mit ihrer Macht um? Zwar sagen sie nicht mehr, sie strebten keine Macht an, denn sie wollten nur schreiben, schreiben, schreiben bzw. elektronische Beiträge produzieren. Diese Bescheidenheit wenigstens haben die meisten endlich abgelegt. Was für sie heute im Vordergrund steht, ist das Team. Dem wollen sie zu besten Arbeitsbedingungen verhelfen, das ist für sie wichtig. Andere wiederum relativieren ihre Macht oder stellen diese überhaupt in Frage. Nur ganz wenige hingegen wie Uschi Fellner etwa, Herausgeberin und Chefredakteurin von „Österreich“, halten es für einen Mythos, „dass Frauen die Macht eher scheuen“.

Doch keine Sorge für die männlichen Kollegen: Nach dem aktuellen „Journalisten-Report“ der Autoren Andy Kaltenbrunner, Matthias Karmasin, Daniela Kraus und Astrid Zimmermann leitet hierzulande sowieso nur eine von zehn Journalistinnen ein Medium oder ein Ressort. Während generell der Journalismus in Österreich immerhin über 40 Prozent weiblich ist. 1999 war er erst zu 27,8 Prozent weiblich. So schaut´s aus.

Alexandra Föderl-Schmid

Chefredakteurin der Tageszeitung „Der Standard“

Ist seit 1.Juli 2007 die erste Frau in dieser Top-Position im heimischen Tageszeitungsgeschäft. 1993 hat sie ihr Publizistikstudium mit einer Diplomarbeit zum Thema „Journalismus ist in der Realität ein Männerberuf“ mit Auszeichnung abgeschlossen. So ändern sich die Zeiten. Jedenfalls für die „Standard“-Chefin. Die Vollblutjournalistin steuert professionell, aber keineswegs autoritär. Ihr Kommunikationsstil ist ein offener. In der Berichterstattung stets auch zu EU-Themen inhaltlich Bezug nehmen, war ihr von Anfang ihrer Karriere an ein vordringliches Anliegen.

Wie hält sie’s mit der Macht als Führungskraft? „Ich stelle infrage, ob Journalisten überhaupt so viel Macht haben. Journalisten können außer klassisch berichten auch kritisieren, aufdecken, Anregungen geben.“ Ob das schon ausreiche, um mächtig zu sein? Das Geschlecht jedenfalls spiele „überhaupt keine Rolle, höchstens die Position“.

Bettina Roither-Epp

Chefredakteurin ORF-Radioinformation

Ist seit 2007 die erste Frau in der Position einer Chefredakteurin im ORF-Radio. Sie sei eine „aufgeklärte Bildungsbürgerliche“. Ihren Start begann Roither 1986 als Freie in der Radio-Kulturredaktion. Später holte sie der damalige Leiter der Innenpolitik, Erich Eichinger, in sein Ressort. Und wieder einige Zeit später wechselte sie ins Ressort Ausland. Der Golfkrieg war ihr Sprungbrett.

Roither-Epp zur Machtfrage: Sie habe sicher Macht „in der Definition als Entscheidungskraft und Verantwortung“. Für sie ist diese ein Instrument, das Gestaltung und Mitgestaltung ermögliche und mit der „man die Dinge weitertreiben kann“. In ihrer Arbeit, versichert sie, komme es aber trotzdem vor allem „auf ein gutes Team an“. Sie versuche, dem Team die beste Arbeit zu ermöglichen. „Macht allein“ scheine ihr „ein sehr antiquiertes Konzept zu sein“.

Waltraud Langer

Stv. Chefredakteurin und Info-Chefin ORF 1

War eine der ersten Journalisten in Österreich, die umfangreiche EU-Berichterstattung gemacht hat. Vor ihrem Karrieresprung wurde sie von der Fachjury des „Journalist“ zur „Wirtschaftsjournalistin des Jahres“ gekürt.

Auch sie relativiert die Machtfrage. Sei doch die mächtigste Person davon abhängig, „dass ihre Wünsche so ausgeführt werden, wie sie es sich vorstellt“. Schon das „kleinste Rädchen“ könne ganz schön viel bremsen, wenn es sich schlecht behandelt fühlt. Langer fühlt sich wohl mit der Macht, „die ich habe. Sie passt zu meinem in vielen Jahren Journalismus ausgebauten Erfahrungsschatz.“ Nachsatz: „Ich weiß aber auch, wie sehr ich andere Menschen brauche, um diese Macht sinnvoll auszuüben.“

Danielle Spera

ORF-Moderatorin „Zeit im Bild“, Anchor-Woman und Editorin

Sie ist die Lieblingsmoderatorin der Fernseh-Community seit vielen Jahren schon. Allein das verleiht Macht und Einfluss, hat doch ihre Darstellung nationaler und internationaler News via Bildschirm Gewicht.

Ebenfalls seit Jahren schon ist Danielle Spera Fernsehredakteursrätin, erst vor kurzem für weitere zwei Jahre wiedergewählt. Damit ist sie Vorsitzende der ZIB-Redakteurssprecher und der Fernsehredakteurssprecher. Als solche handelt sie nicht autonom, sondern als Sprecherin für die gesamte Redaktion. Ihre Aufgabe ist, „den Politikern, aber auch unseren Vorgesetzten genau auf die Finger zu schauen, damit sie uns frei von Interventionen arbeiten lassen.“ Das Redakteursstatut gibt ihr die Macht, sicherzustellen, dass sie und ihre Kollegen und Kolleginnen frei und unbeeinflusst berichten können. „Diese Macht“, so Spera, „nützen wir gerne aus, bis hin zur Veröffentlichung von Interventionen. Das hat noch immer genützt.“

Petra Stuiber

Chronik/Wien -Chefin im „Standard“ seit der Chef- redaktion Föderl-Schmid

Nachdem Stuiber das Wochenmagazin „Format“ von sich aus verlassen hatte, werkte sie eine Zeit lang als Freie, u.a. auch als Pressebetreuerin des „Forum Alpbach“.

Sie verwendet lieber den Begriff „Einfluss“ und schätzt es, „dass man plötzlich Themen in einem Kreis diskutiert, von denen man vorher oft gar nichts gewusst hat“. Sie nützt das, um sich zu positionieren und es mache ihr Spaß zu diskutieren und zu sehen, „dass Dinge auch unmittelbar umgesetzt werden“. Kolleginnen, die Stuiber Jahre kennt, „achten plötzlich ganz anders darauf, wie etwas gesagt wird, wenn es von der ‚Chefin‘ kommt“. Sie findet es spannend, „die Zeitung mitzugestalten“, findet es aber auch wichtig, sich schulen zu lassen: „Denn niemand kommt in Sachen Führungsverhalten als Naturtalent zur Welt.“

Ro Raftl

Society-Reporterin („Salon Raftl“), „profil“

Nachdem sie erst mit 32 Jahren zu arbeiten begann, haben sich Raftls Chefgelüste am Boulevard stets „in Grenzen gehalten“. Für „Spiegel“ oder die „Zeit“ sei es zu spät gewesen. Das Angebot Höllriegls, die Chefredaktion der „Wienerin“ zu übernehmen, hat sie abgelehnt. Macht sei ein relatives Gefühl. Ihr Motto in 30 Jahren Gesellschaftsjournalismus: „Man sollte die Leser nicht dümmer machen – weder thematisch, sprachlich, noch durch schlampige Recherche. Dies relativiert vieles, selbst im Tagesgeschäft einer Gesellschaftsjournalistin im Mickymausland Österreich.“ Am stärksten aber „relativieren Fehler und Fehleinschätzungen, die trotzdem immer wieder passieren“.

Dagmar Lang

Geschäftsführerin und Herausgeberin Manstein Zeitschriftenverlag

Sie wusste schon mit elf Jahren, was sie werden wollte: Journalistin. Frisch, fröhlich, kompetent, engagiert, ein Kontaktgenie sowie professionell und absolut vertrauenswürdig – so urteilen Journalistenkollegen über die Manstein-Frau. „Man konnte sich stets verlassen, dass alles stimmte, was sie sagte“, so der kollegiale Tenor.

Auch Lang spricht lieber von Verantwortung und behutsamem Umgang mit Macht. Es sei „die geborgte Macht der Visitenkarte.“ Macht bedeute aber auch, die eigene Meinung artikulieren zu können, was wiederum „die Verantwortung mit sich bringt, sich für die richtigen Sachen einzusetzen und sich nicht für falsche vor den Karren sperren zu lassen.“

Eva Dichand

Geschäftsführerin der Gratistageszeitung „Heute“

Als Schwiegertochter des mächtigen „Krone“-Hälfteeigentümers Hans Dichand hat die „Heute“-Chefin automatisch Macht. Zumal ihr Schwiegervater viel von ihr hält. Freilich: Als Chefredakteurin der „Krone“ sieht er sie nicht. Hans Dichand zum „Journalist“ Ende des Vorjahres: „An so was denkt niemand. Meine Schwiegertochter, die ich sehr schätze, wird noch alles Mögliche machen, aber sicher nicht die ‚Kronen Zeitung‘. Die macht schon mein Sohn.“

Zur Machtfrage hat sich Eva Dichand bis Redaktionsschluss nicht geäußert.

Brigitte Wolf

ORF-Landesdirektorin Wien

Begonnen hat ihre ORF-Karriere unter dem legendären „Tiger“ Gerd Bacher. Anfang der 90er Jahre wandte sich Brigitte Wolf schriftlich an den ORF-General mit
der Bitte, bei ihm als internationale Referentin arbeiten zu dürfen. Zuvor werkte die Dissertantin zum Thema Medienforschung in der entsprechenden ORF-Abteilung. Ohne Honorar. Wolf studierte Publizistik, Kommunikationswissenschaft und Psychologie. Bacher erfüllte die Bitte. Doch es dauerte nicht lange, bis er Brigitte Wolf mit „sanftem Druck zur Karriere sogar zwangsverpflichtete“. Über Nacht folgte sie Roland Adrowitzer als Bachers Bürochefin, drei Tage vor dem Golfkrieg im Jänner 1991. Es wurden vier Jahre, die „aufregend, faszinierend, unglaublich toll waren“ (Wolf Jahre später). Bacher sei geradlinig und klar und zu ihr „immer korrekt, fast respektvoll“ gewesen. 1995 wird sie Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit und ORF-Pressesprecherin, vier Jahre später Leiterin der BAF und ist für Schulung und Führungskräfteausbildung zuständig.

2002 wird sie vom ORF-Stiftungsrat zur Direktorin des Landesstudios Wien bestellt. 2006 wird sie wiederbestellt.

Daniela Kittner

Innenpolitische Redakteurin im „Kurier“

Mit ihrer viel gelesenen Kolumne „Politik von innen“ hat sich Kittner hervorragend profiliert. Weshalb sie von der „Journalist“-Jury im Vorjahr zur „Innenpolitikerin des Jahres“ gekürt worden war. Ihre Macht ist die eigenständige Kompetenz, Themen und Personen selbst zu wählen und darüber hintergründig zu berichten.

Sie selbst sieht sich etwas anders. Kittner: „Journalisten sind da, um Macht zu kontrollieren. Um Macht auszuüben, sind Politiker da.“ Ihre Macht bezeichnet sie als „angebliche“, gibt aber zu, dass sie darin besteht, „sich an einen relativ großen Leserkreis wenden zu können“. In der Demokratie sei es lebenswichtig, „für Transparenz zu sorgen“. Und dafür setzt sie auch ihre Macht der Öffentlichkeit ein. Und wenn gesagt werde, Journalisten seien den Mächtigen sehr nahe, dann gelte für sie persönlich als Leitfaden die Ikarus-Sage. Daniella Kittner bildungsbewusst: „Wer zu nah an die Sonne kommt, verbrennt sich die Flügel und stürzt ab.“

Livia Klingl

Außenpolitische Reporterin, vormals Leiterin des Ressorts Außenpolitik im „Kurier“

Hat die Macht als Ressortleiterin kennen gelernt, lieben gelernt offenbar nicht. „Der einzige Mensch, über den ich Macht haben will“, formuliert sie einen ihrer Lieblingssprüche, „bin ich selber. Auch wenn es manchmal ohne Macht nicht geht im richtigen Leben“, will man etwas umsetzen. Für sie ist die einzig sinnvolle Macht nicht jene, „die einem per Amt gegeben wird, sondern jene des besseren Arguments“. In der täglichen, „weiterhin und noch sehr lange Männer-dominierten Praxis“, so Klingl, stelle sich freilich stets aufs Neue heraus, „dass vielen die Insignien der Macht mehr gelten als Inhalte“. Ihre langjährige Erfahrung: Wer wirklich Macht und diese verinnerlicht hat, „der geht sehr sorgsam mit ihr um“.

Martina Salomon

Ressortleiterin Innenpolitik in der „Presse“

Ihr Germanistikstudium absolvierte sie in Salzburg. Es folgten Journalistenjobs im ORF-Landesstudio Oberösterreich und den „Oberösterreichischen Nachrichten“. Später wechselte sie in die Innenpolitik der „Tiroler Tageszeitung“, danach zum „Standard“. 2004 kam das Angebot der „Presse“, die Ressortleitung Innenpolitik zu übernehmen.

Reizvoll findet Salomon den großen „Gestaltungsspielraum“, den ihr die Führungsposition ermöglicht. Während sie bei manchen „mächtigen“ Kollegen einen „ausgeprägten Hang zu Selbstherrlichkeit“ beobachtet. Dieser Versuchung will sie nicht erliegen. Sie bemühe sich sehr um Teamgeist, weil das die besseren Ergebnisse bringe. „Herrische Befehlsausgabe ist in einem eher unhierarchischen Betrieb wie einer Tageszeitung ohnehin lächerlich.“ Mag sein, ergänzt sie, „dass das typisch weiblich ist“.

Brigitte Handlos

Chronikressortleiterin „Zeit im Bild“, ORF

Die Leitung des „Frauennetzwerkes Medien“ hat sie zurückgelegt. Schließlich will sie sich ihrer neuen Führungsaufgabe voll widmen und den weiblichen Nachwuchs ran lassen. Für sie gilt der Leitsatz „Wissen ist Macht“. Deshalb liest sie viel und versucht, viel zu erfahren und sich einen Einblick zu verschaffen. Und dieses Wissen nützt sie dann in den Planungssitzungen, damit sie ihre thematischen Vorschläge „ziel- und formatsicher präsentieren kann“. Intelligente Geschichten durchzubringen, sei ein „zentraler Machtfaktor im Journalismus“. Das komme wieder „meinen MitarbeiterInnen zugute“. Als Führungskraft habe sie außerdem mehr „Einblick in interne Abläufe“.

Uschi

Fellner

Herausgeberin und Chef- redakteurin der Tageszeitung „Österreich“

Ihre jetzt schon jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Macht macht Uschi Fellner irgendwie abgeklärt. Ihrer Meinung nach haben Macht in Österreich derzeit „höchstens zehn Medienmenschen bzw. VerlegerInnen“. Welche das sind, das könne man sich sowieso ausrechnen. Alle anderen hätten „geborgte Macht“. Im Übrigen findet sie den Begriff Macht „nicht automatisch negativ besetzt“. Es komme darauf an, „was Mann oder Frau aus der Macht machen“. Und was das Thema Frauen und Macht angeht, so hält Uschi Fellner Frauen für „nicht weniger macht-anfällig“ als Männer. Und dass „Frauen die Macht eher scheuen, ist sowieso ein Mythos“.

Maria Rennhofer

Leiterin Aktuelle Kultur, ORF-Hörfunk

Nach dem Publizistik- und Kunstgeschichtestudium erste Erfahrungen in einer PR-Agentur. Danach freie Kulturjournalistin (vor allem für ORF/-Hörfunk Ö1) und Publizistin (diverse Buchpublikationen zu kunst- und kulturhistorischen Themen). Seit 2004 Leitung der Aktuellen Kultur ORF/Hörfunk. Wichtigste eigene Sendung: „Im Künstlerzimmer“. „Woran lässt sich Macht messen, wie am besten demonstrieren? Wer sich mit solchen Fragen die Zeit vertreibt“, konstatiert Rennhofer, sei als „so genannte Führungskraft fehl am Platz“. Sie bevorzugt den Begriff „Gestaltungsmöglichkeit, und die beginnt in meinem Kopf und geht so weit, wie ich mein Team zu überzeugen vermag, meinen Ideen zu folgen. Alles andere seien „Machtspiele“.

Angelika Hager

Leiterin des Ressorts „Gesellschaft“ im „profil“ und die Polly Adler im „Kurier“

Schreiben sei für sie Selbstdarstellung, versicherte sie schon vor Jahren. Schreiben verschaffe ihr Seelenfrieden. Eine hierarchische Karriere strebte sie nie an, sagt sie. Sie will „Journalismus machen, der nicht verpufft“. Weshalb sie ihre Leitungsfunktion aber dennoch schätzt. Schließlich biete ihr diese die Chance, sich inhaltlich und journalistisch weiterzubilden und breiter darzustellen.

Entgegen kommt ihrer „Bescheidenheit“, dass Angelika Hager ein – personell ausgestattet – kleines Ressort leitet. Und ihr Kollege Sebastian Hofer „so begabt, effizient und produktiv“ sei, dass sie sich „eigentlich bei ihm nur ständig bedanken möchte. Abgesehen davon habe sie „kein Talent für jegliche Ausübung von Macht“, betont Hager lustvoll. „Ich will nur so eine Art Mickey-Mouse-Macht, damit ich bei der Gestaltung meiner Inhalte den Luxus von Freiheit habe.“

Sylvia Wörgetter

Stv. Ressortleiterin „Salzburger Nachrichten“

Ihre Schwerpunkte sind Gesundheits- und Sozialpolitik. Überdies ist Wörgetter eine der drei Leseranwälte in der vor einem Jahr geschaffenen Leseranwaltschaft.

Wörgetter zur Macht- frage: „Zum einen ist das Medium an sich mächtig – wie sehr, hängt nicht nur von seiner Auflage, sondern auch von seiner Reputation und Relevanz ab. Zum anderen verfügen die einzelnen Journalisten über Macht, weil sie Themen und Aussagen auswählen oder verwerfen, gewichten und werten können.“ Es sei entscheidend, sich immer bewusst zu sein, dass diese Macht „nur geborgt und ein großes Privileg ist“. Dazu gehöre vor allem, „der Versuchung zur Verhaberung zu widerstehen und professionelle Distanz zu den wirklich Mächtigen zu wahren“. Weshalb sie beispielsweise mit dem Du-Wort recht sparsam umgeht.

Jasmin Dolati

Programmchefin ORF-Radio Wien

Verantwortlich für das gesame Radio-Programm wie Planung neuer Sendungen, Personal, Sender-Design, strategische Ausrichtung. Nebstbei Moderatorin und Diskussions
leiterin von Gala-Veranstaltungen und Events.

Auch sie betont, dass die „Macht des Managers nur geliehen ist“. Lustvoll mit Macht und Einfluss umzugehen, „auch wenn Gestaltung und die Sache im Vordergrund stehen“, bringe Freude an der Umsetzung, wodurch man „gute Karten“ habe. Am schönsten sei es, „wenn man als Chef dem Mitarbeiter nicht nur sagt, was er tun soll, sondern ihm auch Freiraum und Vertrauen gibt, sich selbst zu entfalten“.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2008 in der Rubrik „Journalistin“ auf Seite 36 bis 41 Autor/en: Elisabeth Horvath. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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