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Journalistin
Typische Frauenressorts?
“Die ressort- und themenspezifischen Zuweisungen orientieren sich noch immer an traditionellen Geschlechterkonstruktionen und Rollenzuweisungen”, hält der von Andy Kaltenbrunner mit herausgegebene und Ende 2007 erschienene Journalisten-Report fest. Bei den österreichischen Tages- und Wochenzeitungen arbeiten deutlich mehr Journalisten als Journalistinnen. Mehr Frauen als Männer gibt es bei Zeitschriften und Magazinen. Bei den Monatszeitschriften sind die Journalistinnen in der Mehrheit (52 Prozent). Zumal in diesem Segment zahlreiche Special-Interest-Magazine aus Lifestyle/Mode, Medizin/Gesundheit und Reise/Tourismus, den “typischen Frauenressorts”, erscheinen.
Laut dem Journalisten-Report gilt in Österreich in allen Mediensparten: Je jünger, desto mehr Frauen, und je älter, desto höher der Männeranteil. Die Journalistinnen sind offenbar gebildeter (Akademisierung) und auch weiterbildungswilliger als ihre männlichen Kollegen. Für das Einkommen spielt dennoch das Geschlecht die entscheidende Rolle. Die Leitungspositionen (Chefredaktion, Ressortleitung) sind nur zu einem Viertel (26 Prozent) von Frauen besetzt, am meisten wiederum bei den Monatsmagazinen und Fachzeitschriften (44 Prozent), am wenigsten bei den Tageszeitungen (18 Prozent).
Zu den möglichen Ursachen und Gegenmaßnahmen hält der Journalisten-Report fest: Neben familienfeindlichen Arbeitszeiten und hohem Konkurrenzkampf im Journalismus würden Frauen auch die männliche Kommunikationskultur und deren Machtstreben als hinderlich empfinden. Dass Frauen oft mangelnde Entscheidungsfreude und fehlende Durchsetzungsfähigkeit zugeschrieben werden, behindere zusätzlich weibliche Karrieren. Und: “Formen der Vernetzung oder Kooperation von Frauen untereinander sind noch lange nicht so stark ausgeprägt wie bei Männern.”
Heike Hausensteiner
Andy Kaltenbrunner, Matthias Karmasin, Daniela Kraus, Astrid Zimmermann: Der Journalisten-Report, Österreichs Medien und ihre Macher – eine empirische Erhebung, Facultas Universitätsverlag, Wien 2007.
Erschienen in Ausgabe 02+03/2008 in der Rubrik “Journalistin” auf Seite 50 bis 51. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.
