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Raue Sitten: Haft für Ehrenbeleidigung - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

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Raue Sitten: Haft für Ehrenbeleidigung

Obwohl wir heimischen Journalisten den einen oder den anderen Strauß mit der Justiz auszufechten haben, können wir uns glücklich schätzen, hier zu leben und nicht – etwa – in Griechenland. Denn dort kann man eine Haftstrafe ausfassen, wenn man in einem Medium einen Politiker oder Richter beleidigt. In Österreich kann man mit Geld alles ausbügeln.

Die griechische Redakteurin Alexandra Katrami schrieb in ihrem Blatt über einen bei Gericht anhängigen Fall, in dem der Bürgermeister von Istiea verwickelt war. Der Richter, so die Journalistin, sei ein „Karagiozis“, was ungefähr so viel wie Wurstl bedeutet. (Eine Bezeichnung, die – übrigens straffrei – seinerzeit Bundeskanzler Bruno Kreisky für den Journalistengewerkschafter Günther Nenning gewählt hatte.)

In Griechenland wurde die Redakteurin für die „üble Nachrede“ zu einem Jahr Haft verurteilt, zu ihrem Glück musste sie nicht gleich hinter Gitter, die Strafe wurde bedingt ausgesprochen.

Die Journalistin berief erfolglos gegen das drakonische Urteil, erst der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ließ Gnade walten und verurteilte die griechische Justiz wegen der durch die verhängte Haft erfolgte Einschränkung der Meinungsfreiheit. Frau Katrami wurde vom EGMR darüber hinaus ein seelisches Schmerzensgeld (plus Spesenersatz) von 10.000 Euro zugesprochen.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2008 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 14 bis 14. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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