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Beruf
Am Ball bleiben
Von Sophia T. Fielhauer, Christian Resei
Reif für die EURO 08? Samstag, 5. April, 12 Uhr Mittags. Meist sonnig, leichter Wind, frühlingshafte Temperaturen. Pünktlich erschienen die fünf Mannschaften von “Ballesterer”, “Datum”, “Hallo”, “Null Acht” und “Platzverweis” auf der Kaiserwiese vor dem Wiener Riesenrad. Lange Männerbeine in kurzen Hosen, ein Paar Frauenbeine, gut verdeckt. Aufmarsch zum ersten Kleinfeld-Fußball-Turnier, das der “Journalist” organisiert hat. Schon die Aufwärmübungen machten deutlich: um bei “Datum” oder “Platzverweis” einzukehren, bedarf es nicht nur schreiberischer Fähigkeiten. Fußgeschick scheint unabdinglich. Zumindest machte das Coach Klaus Stimeder, “Datum”-Herausgeber, glauben. Der kleine Redaktions-Querschnitt am Rasen ließ vermuten: In Österreichs Redaktionen ist ein deutlicher Verjüngungsprozess im Gange. Bloß eine verschwindend kleine Minderheit an Beinpaaren war weitaus älter als 25 Jahre.
Zweimal sieben Minuten pro Spiel wurden den Fußballern zugemutet. Wer Anfangs noch über die kurze Spielzeit lästerte, merkte bald, dass sieben schnell gespielte Minuten in die Beine gehen. Vor allem bei nur drei Mann (und Frau) pro Mannschaft. Jeder gegen jeden: nach wenigen Spielen kristallisierte sich bereits ein Favorit heraus. Die fünfköpfige Mannschaft von “Null Acht” um Herausgeber Alois Gstöttner dominierte das Geschehen und nutzte ihre Wechselspieler vortrefflich.
Dem “Ballesterer”-Team, Stefan Kraft und Reinhard Handler (APA), war der dritte Spieler abhanden gekommen – sie konnten Fußballer Sebastian Gaber von “Platzverweis” als Leihspieler für sich gewinnen. Das Studentenmagazin und “Datum” waren ohnehin gemeinsam mit sieben Männern und Petra Wittmann ins Feld gezogen.
Einige, meist ausgeglichene Spiele später, konnte “Hallo” leider nur für zwei Drittel der Spielzeit das Ergebnis offen halten. Trotz größtem Einsatz musste das Jugendmagazin – mit dem wohl höchsten Altersdurchschnitt am Fußballfeld – Tribut zollen und lukrierte bloß den fünften, also letzten Platz. Auch Gastspieler Norbert Frese und “DÖJ”-Solo-Fußballerin Sophia T. Fielhauer als Kurzzeit-Wechselspielerin brachten keine Wende. Immerhin aber konnte “Hallo”-Kicker Richard Solder die schönste Schürfwunde des Turniers präsentieren. Perfektes Zusammenspiel: Petra Wittmanns Freund, professioneller Sanitäter samt Notarzttasche, schritt zur Jod- und Verbandsversorgung.
Klaus Stimeder gefiel sich in der Rolle des Giovanni Trapattoni der Kaiserwiese, des Taktikers und lauten Organs. Höchstselbst war er durch die Nebenwirkungen einer Buchpräsentation indisponiert. Außerdem hat er mit 32 Jahren, laut eigenen Angaben, seine aktive Spielerkarriere bereits hinter sich. War eine seiner Mannschaften im Rückstand, begleiteten die Sturmläufe ein peitschendes “Schneller, schneller”, einer vergebenen Torchance brüllte er ein “I werd’ euch gleich a vergebene Torchance geben” hinterher. War seine Mannschaft knapp vor Schluss in Führung, ließ er wie Trapattoni Beton anrühren. Im gefürchteten Catanaccio konnte das “Datum”-Team überzeugen.
Nicht ohne leere Hände ging das “Ballesterer”-Duo nach Hause. Nach einem eher diskreten Start, gelang es den Herren als einzigem Team die “Null Acht”- Mannschaft zu schlagen. Weitere Erfolge blieben ihnen verwehrt, da das Halbfinale mangels Zeit übergangen wurde.
Ausgespielt wurde das Finale zwischen dem Ersten und dem Zweiten der Vorrunde – zweimal zehn Minuten. Eine knappe Partie zwischen “Null Acht” und “Datum”, die erst in der Verlängerung entschieden wurde.
Konnte “Null Acht” das Spiel erst kontrollieren, verschaffte ein blöder Ballverlust vor dem eigenen Tor “Datum” die Möglichkeit zum Ausgleich. Unmittelbar danach schoss “Datum” das überraschende 3:2. In der zweiten Hälfte stürmte “Null Acht” und konnte das Spiel auf 4:3 drehen, ehe die “Datum”-Spieler in bestem Bayern-München-Dusel fünf Sekunden vor Ende das Spiel doch wieder ausglichen.
Nach kurzer Diskussion wurden die Modalitäten der Verlängerung geklärt. Knapp bevor die fünf Minuten rum waren entschied “Null Acht” das Spiel mit 5:4 für sich. Dem Gewinner folgte auf Platz zwei “Datum”, “Platzverweis” wurde Dritter, den vierten Platz nahm “Ballesterer” ein. Zur Belohnung gab es Pokale, viel Emotion und noch mehr Muskelkater.
Erschienen in Ausgabe 04+05/2008 in der Rubrik “Beruf” auf Seite 88 bis 89 Autor/en: Sophia T. Fielhauer, Christian Resei. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.
