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Medien
“Back to the roots”
Von Interview: Engelbert Washietl
Als neuer Aufsichtsrat der Moserholding will Ernst Strasser das "Angenehme mit dem Nützlichen" verbinden. Er sieht sich als strategischer Controller.
Sie sind im Aufsichtsrat der “Oberösterreichischen Rundschau”. Haben Sie zu dieser Wochenzeitung eine besondere Affinität?
Ernst Strasser: Ich bin dort für die Moserholding, Herr Petz hat mich gefragt. Zugesagt habe ich aus mehreren Gründen. Erstens bin ich geborener Oberösterreicher, das ist also ein bisschen back to the roots. Das erste Geld in meinem Leben habe ich in Form eines Zeilenhonorars bei der “Welser Zeitung” verdient.
Sie sind ja ein Grieskirchner.
Dort bin ich geboren. Sie wissen eh alles. Grundsätzlich ist meine Aufgabe als strategischer Controller im Aufsichtsrat eines Unternehmens, wie es die Moserholding ist, interessant. Ich halte das Haus Moser für eines der innovativsten österreichischen Unternehmen und den Herrn Petz für eine Unternehmerpersönlichkeit, die noch einiges, so glaube ich, bewegen wird in der österreichischen Medienlandschaft.
Haben Sie früher als Innenminister, abgesehen davon, dass Sie als solcher automatisch Objekt der Berichterstattung sind, mit Medienfragen zu tun gehabt?
Nein. Aber ich war zehn Jahre für das Land Niederösterreich Mitglied im ORF-Kuratorium, wie das damals hieß.
Wo sind Sie eigentlich genau anzusiedeln: Sind Sie Niederösterreicher, Oberösterreicher oder Grieskirchner?
Geboren in Grieskirchen, in Salzburg habe ich studiert, jetzt arbeite ich in Wien und fühle mich als Niederösterreicher.
Und jetzt kommt durch die Moserholding eine Tiroler Komponente dazu …
Was für mich sehr gut ist, denn dort habe ich einen Teil meiner Kunden, sodass ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann.
Sie meinen jetzt die Kunden des Investmenthauses Vienna Capital Partners, bei der Sie tätig sind?
Ja. Aber das hat nichts mit Medien zu tun.
Hermann Petz hat für sein Medienunternehmen eine expansive Strategie. Helfen Sie da vielleicht mit, dass die “Rundschau” Bande mit Niederösterreich flicht? Denn so wie die “NÖN” auch ein wenig nach Oberösterreich eindringt, tut es die “Rundschau” im angrenzenden Niederösterreich.
Das scheint, wie ich glaube, keine von irgendjemandem angedachte Variante zu sein.
In letzter Zeit stehen Sie wieder öfter in den Zeitungen, im Zusammenhang mit Untersuchungsausschüssen und einer so genannten Niederösterreich-Connection. Betrachten Sie das primär als Mediengeschichte oder als politische Geschichte? Wie fühlen Sie sich dabei?
Offen gestanden, wenn man in der österreichischen Spitzenpolitik war, dann muss man gewärtigen, dass man ab und zu aus der Vergangenheit in die Medien zurückgeholt wird. Und das ist es dann und ist mir auch egal. Die Zeiten, wo ich Wert darauf gelegt habe, in den Medien zu sein, weil das auch berufsmäßig notwendig war, die sind vorbei. Ich habe das sehr genossen, aber das ist Vergangenheit.
Würden Sie noch einmal politisch mitmischen wollen, jetzt, da die Wahlen in Niederösterreich für Ihre Partei so viel Klarheit gebracht haben?
Nein, erstens habe ich ein so interessantes Betätigungsfeld in meinem Beruf, zweitens bin ich Präsident des niederösterreichischen Hilfswerkes, und das macht mir sehr viel Spaß und Freude. Das ist eine Nonprofit-Organisation. Wir haben 80 Millionen Umsatz und 5000 Mitarbeiter und damit sind wir wahrscheinlich der größte Arbeitgeber für Frauen in Niederösterreich. Und das Leben ist auch so schön, man muss auf die Dauer keinen 80-Stundentag haben.
Erschienen in Ausgabe 04+05/2008 in der Rubrik “Medien” auf Seite 84 bis 84 Autor/en: Interview: Engelbert Washietl. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.
