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Lesen statt Hören?
Just einen Tag, nachdem im Nationalrat der neue EU-Vertrag genehmigt worden ist, trudelte eine Meldung aus Deutschland ein, die zeigt, was im Namen Europas alles möglich ist. Von EU-Abgeordneten wurde jetzt angeregt, künftig die öffentlich-rechtlichen TV-Sender zu verpflichten, sowohl Filme als auch Interviews in Nachrichtensendungen nur noch in der Originalsprache zu senden. Untertitel sollen die Synchronisation ersetzen. Begründet wird die angeregte Maßnahme damit, dass dadurch das Erlernen von Fremdsprachen gefördert werde und Schwerhörige die Sendungen besser verfolgen können.
Betrachtet man sich etwa das Programmangebot von ORF 1, so würde das bedeuten, dass fast die gesamte Sendezeit nur noch englisch gesprochen wird. Bei Nachrichtensendungen wiederum würde es zu einem Überangebot an Text-Unterblendern kommen, da ja neben der Übersetzung der Interview-Aussage auch Name und Funktion des Sprechenden angegeben wird. Für Privatsender soll die Original-Sprachregelung nicht gelten.
Erschienen in Ausgabe 04+05/2008 in der Rubrik “Rubriken” auf Seite 22 bis 22. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.
