ARCHIV » 2008 » Ausgabe 04+05/2008 »

Rubriken

Nichts anbrennen lassen

In Büchern, Zeitungen und – natürlich – im Fernsehen wird von Laien und Experten gekocht wie nie zuvor. Geld und Quoten locken – und niemand will was anbrennen lassen.

Otto Schenk rührt literarisch um, Peter Simonischek beschreibt kulinarische Genüsse.

Im Fernsehen machen Kochlöffel-Akrobaten Quoten und konfrontieren unsere Zungen mit Exotischem. TV-Köche gehen auf Tournee und füllen, wie zum Beispiel Tim Mälzer von VOX, die Wiener Stadthalle. In 3sat wird monatlich gegen Mitternacht von Patrick Müller schweigend gekocht, die Rezepte muss man von Inserts ablesen. Eine Wohltat, denkt man an jene vielen Köche, die vieles über ihre Rühr-Stücke zu reden wissen.

Parallel dazu essen die Österreicher pro Jahr um 350 Millionen Euro Tiefkühlkost, und die Werbung für Fertiggerichte wird immer einfallsreicher.

Im ORF wurde bereits 1955 die erste Kochsendung mit Küchenchef Franz Ruhm ausgestrahlt, derzeit gibt es täglich “Frisch gekocht” auf ORF 2 mit Andi und Alex. Wer sich wohl die Wiederholung der Sendung um viertel Vier in der Nacht anschaut?

Ab und zu wird auch abserviert: Bald ist es mit der ORF-Reihe “Aufgegabelt in Österreich” vorbei. Die Erfinderin Traudl Wolfschwenger ist sauer.

Am erfolgreichsten wird im ZDF gesotten und gebraten: Etwa 1,7 Millionen Zuseher verfolgen jeweils Freitag abends “Kochen bei Kerner”. Der Moderator selbst will demnächst an einen Nachfolger übergeben. Auf dem Speisezettel standen unter anderem “Gebratener Geflügelsalat mit Tandoori und Mango” oder “, Garnelenschwänze in Paprikasalsa”. Ebenfalls im ZDF läuft täglich “Die Küchenschlacht”, wobei sechs Hobbyköche gegeneinander antreten. Der Gewinner darf dann gemeinsam mit den Profi-Köchen bei Kerner auftreten.

Erschienen in Ausgabe 04+05/2008 in der Rubrik “Rubriken” auf Seite 22 bis 22. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

;