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Musik-Detektive erfahren alles

Wer zu Hause einen Internet-anschluss hat und musikbegeisterte Kinder, der sollte sich vorsehen. Leicht könnte ihm eine Klage der Wiener „LSG“, einer Gesellschaft, die über die Einhaltung von Urheberrechten in der Musikbranche wacht, ins Haus stehen. Der Oberste Gerichtshof hatte sich jüngst mit einem derartigen Fall zu befassen.

Während der Vater eines 17-jährigen Mädchens im Ausland war, besuchte diese im Internet eine so genannte Musiktauschbörse. An einem Novembersamstag zwischen 11.48 und 12.03 Uhr wurden daraufhin 1.627 urheberrechtlich geschützte Musikstücke vom Computer ihres Vaters heruntergeladen, wie die Schlager-Detektive bei dem Internet-Provider herausfanden.

Die LSG begehrte vom Vater Schadenersatz und die Beseitigung des von der Tochter angelegten Musikarchivs. Die erste Instanz stellte fest, dass der Vater schon früher „geeignete Schritte“ hätte unternehmen müssen, um die Tochter von der Musikpiraterie im Internet abzuhalten und verurteilte den Vater. Die daraufhin angerufene zweite Instanz meinte dazu, dass es älteren Benutzern eines internettauglichen Computers „nicht allgemein bekannt sei“ dass durch „Filesharing-Systeme“ heruntergeladene Dateien auch anderen Usern zugänglich seien.

Die Urheberrechte-Hüter haben daraufhin den Obersten Gerichtshof angerufen, der sich jedoch ebenfalls auf die Seite des Vaters stellte. Es sei ihm nicht vorzuwerfen, dass er seiner Tochter nicht speziell den Besuch von Tauschbörsen verboten habe. Offenkundig verhalte sich das Wissen um die Möglichkeiten des Internets verkehrt proportional mit dem Lebensalter. Die von der LSG vorgeschlagenen weiteren rechtlichen Schritte – wie das Verbot der Internet-Verwendung – seien nicht notwendig.

Der Vater aus Tirol ist also noch einmal gut davongekommen, neue Klagen gegen musikliebende Teenager sind aber jederzeit möglich.

Erschienen in Ausgabe 06+07/2008 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 19 bis 19. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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