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ARCHIV » 2008 » Ausgabe 06+07/2008 »

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Sex beim Segeln

Die dunkle Brille, die Roland Erich Komuczky trägt, ist kein Modegag. Der Mann, der mit einem Stock tastend den Gerichtssaal betritt, ist blind. Sein Anwalt leitet ihn zu einem Sessel, der Blindenhund Boris folgt brav. Der Blinde kämpft gegen einen Bericht in der Zeitung „Österreich“, in dem ihm sexuelle Übergriffe gegen junge Frauen vorgeworfen wurden.

Komuczky leitet den Verein „Engel auf Pfoten“, der Segeltörns für Blinde veranstaltet und Hilfe bei der Anschaffung und Ausbildung von Blindenhunden bietet. Vor zwei Jahren tauchten Vorwürfe auf, dass Komuczky beim Segeln eine junge Frau sexuell missbraucht habe. Nach einer Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren eingestellt. Vereinsinterne Intrigen führten danach zu weiteren Vorwürfen gegen den Blinden, wieder war von Sex und Gewalttätigkeit die Rede. Obwohl es in diesem Strafverfahren noch keine Ergebnisse gibt, berichtete „Österreich“ ausführlich darüber.

Wegen Verletzung des Identitätsschutzes und Missachtung der Unschuldsvermutung beantragte Komuczky eine Entschädigung von der Zeitung. Richterin Karin Burtscher wies die Anträge ab: zwar sei der Blinde auf Grund der Berichte erkennbar, da aber die Vorwürfe „im Kern wahr“ seien und ein erhebliches öffentliches Interesse an der Berichtserstattung bestehe, sei das Gesetz nicht verletzt worden. Komuczky-Anwalt Michael Dohr will Berufung einlegen und notfalls bis zum Menschenrechte-Gerichtshof gehen.

Erschienen in Ausgabe 06+07/2008 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 19 bis 19. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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