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Deutsch für Journalisten – fünf knifflige Fragen - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2008 » Ausgabe 08+09/2008 »

Rubriken

Deutsch für Journalisten – fünf knifflige Fragen

1. Das Adjektiv zu aufwenden und Aufwand schreibt man

a) aufwändig, b) aufwendig, c) beides ist richtig

2. Die Einwohner von Telfs nennt man

a) Telfser, b) Telfer

3. Was ist richtig?

a) Wer Schwammerl sucht, braucht eine Vignette. b) Wer Schwammerln sucht, braucht eine Vignette.

4. Terroristen haben einen US-Soldaten erschossen. Eine Überschrift lautet: „Terroristen erschießen US-Soldaten“. Ist das

a) richtig, b) falsch

5. Was stimmt?

Karel Brückner hat a) tschechisch, b) Tschechisch gesprochen.

Die Auflösung

1. Grundsätzlich gilt das Stammprinzip, d. h. die Schreibung des Wortstamms soll in einer Wortfamilie erhalten bleiben. Aber weil nicht klar ist, ob dieses Wort zu aufwenden oder zu Aufwand gehört, ist die Schreibung freigegeben. Die deutschsprachigen Agenturen bevorzugen die alte Form aufwendig.

2. Telfer ist richtig. In Tirol gibt es einige Beispiele dieser Art: In Fulpmes leben die Fulpmer, in Tarrenz die Tarrenter, in Zams die Zammer.

3. Ursprünglich war im Plural nur Schwammerln richtig, inzwischen lässt das „Österreichische Wörterbuch“ auch Schwammerl gelten. Ich empfehle trotzdem die Mehrzahlform Schwammerln, denn Schwammerl wird oft als falsch empfunden.

4. Wenn ein Substantiv wie der Soldat/die Soldaten ohne Artikel und ohne Adjektiv verwendet wird, dann trägt es keine Kasusendung. Richtig ist: Terroristen erschießen US-Soldat. Damit wird auch dem Irrtum vorgebeugt, dass die Leser bei Terroristen erschießen US-Soldaten an einen Plural denken. Oder Sie schreiben: Terroristen erschießen einen US-Soldaten.

5. Wenn mit „Wie?“ gefragt wird, ist die Kleinschreibung richtig, dann geht es um einen spezifischen Sprechakt: „Brückner hat tschechisch gesprochen.“ Andererseits heißt es: Er spricht/kann/lernt/lehrt/unterrichtet Deutsch. In diesem Fall wird mit „Was?“ gefragt. Gemeint ist die deutsche Sprache. „Brückner kann Deutsch – trotzdem hat er tschechisch gesprochen.“ Immer groß schreibt man in Deutsch und auf Deutsch.

Robert Sedlaczek,

Autor des Buches

„Das österreichische Deutsch“‚

schreibt wöchentlich eine Sprachkolumne in der „Wiener Zeitung“.

Erschienen in Ausgabe 08+09/2008 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 18 bis 19. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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