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Medien

Ein Alexis Sorbas für „News“

Von Interview: Freddie Kräftner

Sie haben einen schönen Namen. Klingt griechisch?

Atha Athanasiadis: Ist er auch. Eigentlich ist mein Vorname Athanasios, zu deutsch „Der Unsterbliche“. Bei meinem ersten Job in der „Steirischen Wochenpost“ war das nur zu lang für die Autorenzeile. Und so wurde ich zum Atha.

Sie übernehmen keinen leichten Job. Nachdem Sie sehr erfolgreich vor Jahren das „Seitenblicke-Magazin“ geführt haben, glauben manche, Sie machen aus „News“ jetzt ein People-Magazin.

Es wäre der größte Schwachsinn aus „News“ ein People-Magazin á la „Bunte“ zu machen. „News“ ist ein Nachrichtenmagazin. Basta.

Im Ernst? Im Wirtschaftsteil erscheinen liebedienerische Interviews, die wohl nur deshalb gedruckt werden, weil der Autor Betriebsrat ist.

In aller Freundschaft: Sie werden ja wohl nicht erwarten, dass ich die Arbeit eines Kollegen in Ihrem Magazin kommentiere. Ich habe auch keine Ahnung wovon Sie diese Einschätzung ableiten.

Was steht an? Als „News“-Miterfinder blättere ich es aus nostalgischen Gründen durch. Da fehlt ja mittlerweile jede Dramaturgie.

Es wird aufgeräumt. Der Mittelteil bekommt eine klarere Struktur. Im ersten von mir verantworteten Heft haben wir da schon was ganz Ordentliches gemacht. Und es gibt eine neue, viel stärkere politische Meinungsstrecke, weil wir gute Autoren haben. Die wird auch noch ausgebaut.

Sie waren ja beim Start von „News“ dabei, lieferten tolle Chronik-Geschichten. Würden Sie auch die Fotos der Kinder des Amstettner-Inzest-Dramas auf das Cover stellen?

Nur wenn die Familie und deren Anwälte zustimmen.

Im „Standard“ war zu lesen, dass dieser Vorfall der Hauptgrund für die Ablöse Ihrer Vorgänger war.

Blödsinn.

Oliver Voigt, Ihr Herausgeber und Geschäftsführer, hat mir gesagt, Sie seien der meist unterschätzte Chefredakteur des Landes.

Das ist aber nett (lacht). Aber so soll es sein. Das ist wunderbar so. Man kann dann viel freier und überraschender agieren. Und ich sage Ihnen: Mir ist mein Branchenruf völlig wurscht. Würde ich darauf zuviel Wert legen – hätte ich schon verloren. Als ich bei Ö3 war, haben auch einige gemeint, der hat keine Ahnung vom Radio. Im Gegensatz zu anderen mache ich keine Eigen-PR, besuche auch nicht viele Veranstaltungen. Ich will schlicht und einfach an meiner Arbeit gemessen werden. Und die kann nicht so schlecht sein, sonst wären die Haupteigentümer in Hamburg nicht auf mich aufmerksam geworden.

„News“-Gründer Wolfgang Fellner plant ja jetzt die Gründung eines neuen Magazins – gegen „News“. Macht Sie das nervös?

Ich fürchte mich vor niemandem. Schon gar nicht vor Wolfgang Fellner. Der sollte mal eine ordentliche Tageszeitung machen. Er wollte ja auch „TV-Media“ vernichten. Der Erfolg war enden wollend. Wir haben dank Evelyn Hendrich zusätzliche Anzeigenkunden gewonnen. Die kann was. Ich glaube auch nicht, dass Fellner ein Magazin wirklich plant. Es stimmt: Alle sind aufgeregt, nur weil er was andeutete. Aber: Nur ein Geisteskranker tötet sein eigenes Baby. Und: Wolfgang kann auch noch so laut „BUH!“ schreien. Ich fürchte mich nicht. Ich komme aus einer südländischen Familie, da ist es ganz normal, dass immer einer schreit …

Erschienen in Ausgabe 08+09/2008 in der Rubrik „Medien“ auf Seite 84 bis 84 Autor/en: Interview: Freddie Kräftner. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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