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Medien

Stadel voller Zeitungsauflagen

Von Engelbert Washietl

Das Wichtigste an der neuen „Österreichischen Auflagenkontrolle“ (ÖAK), die mit dem Halbjahresergebnis für 2008 Premiere hatte: Es sind fast alle dabei, die Printbranche hat sich zusammenge- rauft. Ein Verdienst kommt dem „Mediator“, Ex-Zeitungsverbandsgeneralsekretär Walter Schaffelhofer, zu. Ihm gelang es, in zähen Vermittlungsgesprächen die Elefanten der Runde – Mediaprint mit „Krone“ und „Kurier“, die News-Verlagsgruppe sowie die mediale Hybrid-Frucht „Österreich“ – auf eine gemeinsame Ermittlungsformel zu vereinigen.

Sie ist kompliziert genug, eine knifflige Aufgabe für höhere Media-Dienstleister. Die Anstrengung beim Konsum der ÖAK-Zahlen lässt sich aber nicht vermeiden, denn die gedruckte Medienwelt ist durch den Einbruch der Gratiszeitungen, das Phänomen von Gratis-Kauf-Amphibien und die Erodierung des Kaufzeitungsmarktes kompliziert geworden. Ohne Akzeptanz der Gratiszeitungen samt deren Zwischenprodukten hätte die ÖAK jedoch die Wirklichkeit nicht mehr abgebildet.

Kauf oder Gratis? Zeitungen, die verkauft werden, können gemäß neuen Definitionen durchaus in die Gratiszeitungskategorie rutschen. Das passierte dem Gesamttitel „Oberösterreichische Rundschau“. Gratis bedeutet eben nicht rundum gratis, sondern auch schon, wenn von der Gesamtauflage zu wenig echt verkauft wird. Die Definition lautet: „Gratiszeitungen sind solche, bei denen die Summe Direktverkauf und Großverkauf kleiner ist als die Summe sonstige bezahlte Auflage plus Selbstbedienung Wochentag plus Selbstbedienung Mitglieder/Kundenexemplare plus Zielgruppenversand plus Gratisvertrieb.“ Kapiert?

Wieder Zahlen. Geben wir uns mit dem Wesentlichen zufrieden. Es gibt nach fast zweijähriger Pause wieder Zahlen über „Krone“ und „Kurier“ und nach viel längerer Pause auch von den „News“-Produkten. Die Zeitung „Österreich“ ist in ihrer dem Chamäleon abgeschauten Erscheinungsvielfalt ebenfalls eingefangen worden.

Die Media-Planer werden ihre Freude haben oder sich zumindest etwas dabei denken und vielleicht sogar das Richtige. Wie jeder einzelne von 226 gezählten Printtiteln das jeweilige Halbjahresergebnis für sich präsentiert, ist Geschmackssache. Die Artenvielfalt und die Unterscheidung zwischen einer verkauften Auflage im engeren Sinn mit maximal 17,5 Prozent Großverkauf und einer verkauften Auflage mit erweitertem Großverkauf bis maximal 35 Prozent lässt schon fantasievolle Betrachtungen zu. Wenn die Kombination von Verkauf und Verschenken noch nicht zum erwarteten Ruhm reicht, hilft die gedruckte Auflage. Mit ihr zog „Österreich“ in der Sonntagsausgabe vom 31. August kräftig vom Leder, und wie es nicht anders sein konnte: Sie sei, gemessen an bedruckten Kopien, die größte in Wien und die zweitgrößte der Republik. „‚Österreich‘, das in Wien auch als Gratiszeitung angeboten wird, hat eine tägliche Druckauflage von 162.373 (Mo. bis Sa.), liegt damit vor ‚Krone‘ und ‚Kurier'“, bejubelt Wolfgang Fellners Zeitung diese „wahre Sensation“.

Familienzwist. Auch „Heute“, die größte unter den echten Gratiszeitungen, hielt anlässlich ihres vierten Geburtstages mit Zahlen nicht hinter dem Berg, auch wenn diese noch nicht aus der ÖAK stammen, sondern der „Regioprint“ entnommen werden: Sie liege mit 382.000 verbreiteten Exemplaren in Wien „ganz klar vor ‚Österreich‘ und dem ‚Kurier'“. Das ist ein zusätzliches Argument für Herausgeberin Eva Dichand, die Aufnahme von „Heute“ auch in die Media-Analyse zu fordern. Dass im „Heute“-Eigeninserat vom 28. August eine sinkende Reichweite der „Krone“ ausgewiesen und in der Lesergruppe der 14- bis 19-Jährigen die „Krone“ durch „Heute“ sogar überholt wird (39 Prozent „Heute“, 37,8 Prozent „Krone“), öffnet einen Blick in delikate verlegerische Familienverhältnisse.

Erschienen in Ausgabe 08+09/2008 in der Rubrik „Medien“ auf Seite 104 bis 106 Autor/en: Engelbert Washietl. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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