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„Wäre gerne reich und unbekannt“ - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2008 » Ausgabe 08+09/2008 »

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„Wäre gerne reich und unbekannt“

Silvia Meisters (49) Weg zur „First“-Chefredakteurin: Sie startete in der Lehrredaktion der „Presse“, anschließend schrieb Meister für die „Kronen Zeitung“ (Chronik, Politik) und „täglich ALLES“ (Ressortleitung TV, Reportagen). Eine kurze Zwischenstation brachte sie zum ORF „Willkommen Österreich“. Zehn Jahre arbeitete sie für „TV-Media“ (die letzten drei Jahre Chefredaktion), darauf ein Jahr für „Österreich“ (Chefredaktion TV & People). Anschließend war Meister Consultant bei „Hi Society“. Im Juli 2008 kehrte sie in den News-Verlag als Chefredakteurin von „First“ zurück. Sie ist verheiratet mit Axel Meister („News“) und hat eine 28-jährige Tochter.

Wie viel Macht hat eine Journalistin?

Relativ viel, vor allem die Kolleginnen, die in den Ressorts Politik, Wirtschaft und Leute arbeiten. Sie können Leben zerstören.

Ihr Verhältnis zur Macht?

Das Phänomen Macht an sich ist interessant – wer hat sie, wie geht er damit um? Persönlich habe ich ein Un-Verhältnis zur Macht: Sie beeindruckt mich nicht.

Ihre Vorbilder im Journalismus?

Alle, die nicht ihre Eitelkeiten in den Vordergrund stellen, sondern den Job an sich.

Was zeichnet eine gute Journalistin aus?

Ehrlichkeit, Genauigkeit, flotte Schreibe und vor allem komplexe Themen auf den Punkt bringen zu können.

Wie wird sich der Journalismus künftig verändern?

Gut möglich, dass das Kaufen von Informationen/Recherche-Ergebnissen künftig über Webpools abläuft, die wie Bildagenturen strukturiert sind.

Warum sind Sie Journalistin geworden?

Freude am Schreiben, Interesse an Menschen.

Wie kamen Sie an Ihren ersten Beitrag und was war das Thema?

Eine Auftragsgeschichte in den 80ern: ein Porträt über den Mann einer damaligen Spitzenpolitikerin, deren Namen ich leider vergessen habe. Ich kann mich nur erinnern, dass das Interview in Oberösterreich stattfand.

Ist das Schreiben für Sie Bedürfnis oder Qual?

In erster Linie Spaß.

Schon einmal überlegt, den Beruf zu wechseln?

Damit kokettiert – aber im Hinterkopf immer das Wissen, dass ich eigentlich nichts anderes machen will.

Wo und wie lernt man Journalismus am besten?

Solide Grundausbildung, dann sofort rein in den Job: Learning by doing. Im Idealfall bei einem beinharten Chef, der sein Handwerk wirklich versteht.

Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

Absolute Loyalität, Handschlagqualität; extreme Ungeduld.

Wie wichtig ist Klatsch?

Sehr. Denn: Kein Rauch ohne Feuer.

An welchem Ort würden Sie am liebsten arbeiten?

In Bridgetown/ Barbados.

Mit wem würden Sie Ihren Schreibtisch am liebsten teilen?

David Pesendorfer („News“-Autor), Angela Sellner (Wirtschaftsressort-Chefin, „Österreich“).

Journalisten gelten als eitle Zeitgenossen, und Sie?

In Bezug auf den Job liegt sie bei null. Oder ist es Eitelkeit, wenn man sich über eine gelungene Story bzw. ein gelungenes Heft freut? (Kommt selten vor, da ich sehr selbstkritisch bin.)

Ihr bisher größter Erfolg?

Bei „TV-Media“ mit einer Ad-hoc-Cover-Änderung 116.000 Hefte (ohne Abos) verkauft zu haben.

Ihr größter Flop?

Im Job einem „Freund“ vertraut zu haben, für den ich über glühende Kohlen gegangen wäre. Ich wusste, dass er feig ist – aber nicht, dass er falsch ist (obwohl man eigentlich wissen sollte, dass aus Feigheit nicht selten Falschheit resultiert).

Ihr Lieblingsgericht und was trinken Sie dazu?

Trüffeltagliatelle, kalifornischen Rotwein, z. B. einen easy-going Zinfandel von Seghesio.

Ihr Lieblingstrinkspruch?

Je nach Laune: Frei nach Oscar Wilde „Her mit den Versuchungen, wir wollen ihnen nachgeben“ oder „Slightly worn but dignified – and not to old for sex.“

Was machen Sie, um sich in der Redaktion zu entspannen?

Eine Scherzfrage?

Wie kann man Ihre Aufmerksamkeit erregen?

Mit intelligentem Humor. Oder wenn man aussieht wie Joaquin Phoenix.

Was wären Sie gerne – Spitzensportler, Literaturnobelpreisträger oder Rocksänger?

Nichts davon. Ich wäre gern sehr, sehr reich und völlig unbekannt.

Welche Sendung/welches Medium würden Sie sofort verbieten?

Keine/ keines. (Fast) Jede Gesellschaft hat die Medien, die sie verdient.

Was sagen Kollegen Böses über Sie?

Dass ich hantig und eine „Trash-Tante“ bin.

Was soll Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Sie hat Leben in die Bude gebracht. Sie war ehrlich.

Erschienen in Ausgabe 08+09/2008 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 122 bis 122. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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