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Werbepause bei Filmen im TV

Von Kurt Tozzer

Ein Urteil des höchsten schwedischen Zivilgerichts könnte Schule auch im übrigen Europa machen: Nach dem rechtskräftigen Spruch der Richter verletzen Werbeunterbrechungen von Spielfilmen im Fernsehen die Urheberrechte der Regisseure. Für derartige „Pausen“ seien spezielle Genehmigungen erforderlich, ansonsten stehen dem Regisseur Schadenersatzzahlungen zu.

Der Regisseur Vilgot Sjörman hatte gegen den schwedischen Kommerzsender TV 4 geklagt, der seinen Film über die Liebe von Alfred Nobel zu Mademoiselle de Kinski durch Werbung für Käse, Lippenstift und Bankkredite unterbrochen hat. Das sei eine „Verstümmelung“ seines Werkes und eine „Kränkung“ seiner künstlerischen Absichten.

Nach einem Prozess durch alle Instanzen kam es jetzt zum Urteil. Nicht nur die Urheberrechte des Regisseurs seien verletzt worden, auch für die Zuseher bestehe durch die Werbepausen die Gefahr, „den Faden der Erzählung zu verlieren“. Der Sender wurde zur Zahlung eines Schadenersatzes von 14.000 Euro verurteilt. Die tragische Schlusspointe: Kläger Sjörman starb einige Tage vor Verkündigung des Urteils.

Zumindest für Schweden ist jetzt klar, dass ohne ausdrückliche Zustimmung der Künstler Unterbrechungen von Filmen durch Werbung verboten ist, Kunst siegte gegen Kommerz.

Medienrechtsanwalt Clemens Thiele aus Innsbruck schreibt dazu auf seiner Internetseite, dass das schwedische Urteil auch in Österreich (wo es allerdings nur ATV oder andere Kommerzsender betreffen würde) Schule machen könnte. Er begründet seine Ansicht so: „Das vom jeweiligen Regisseur angestrebte Zusammenspiel verschiedener Filmszenen sowie die Kontinuität und Dramatik des Films wird … dann zerstört, wenn zwischenzeitlich völlig andere Szenen und Situationen eingeblendet werden. Durch derartige massive Werkänderungen, die den Grad von Entstellungen oder Verstümmelungen erreichen, wird die nach dem österreichischen Urheberrechtsgesetz unabdingbar geschützte Individualität des Filmurhebers verletzt.“

Erschienen in Ausgabe 08+09/2008 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 20 bis 20 Autor/en: Kurt Tozzer. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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