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An ORF 1 prinzipiell interessiert
Wie darf ich Sie ansprechen? Generalanwalt, was Ihre offizielle Funktion im Raiffeisen-Sektor ist, oder Herr Präsident, wie Sie im Kurier genannt werden?
Christian Konrad: Konrad, einfach Konrad, Christian Konrad. Titel habe ich jede Menge.
Herr Dr. Konrad, Raiffeisen ist ja im Gegensatz zu anderen Banken schwer in Medien engagiert im Kurier, in der News-Gruppe und ist auch an der ORF-Sendertochter ORS beteiligt. Was sind die nächsten Pläne?
Wir denken strategisch und zielen auf Wachstum in Bereichen, in denen wir uns beteiligt haben.
Das klingt danach, dass Sie nach ORS auch an ORF 1 interessiert sein könnten, wie viele munkeln?
Richtig. Wir sind wie gesagt prinzipiell an Wachstum interessiert. Wie Sie ja sicher wissen, braucht der ORF derzeit auch dringend Geld.
Wie könnte das aussehen?
Wir sind für alles offen.
Deshalb haben Sie ja wohl die frühere ORF-Generaldirektorin engagiert, mit Luxusbüro in der Börsegasse. Den ORS-Aufsichtsratsjob könnte sie ja auch bequem aus Niederösterreich machen.
Ein Irrtum. Sie kann ein Büro mitbenutzen. Außerdem ist es zweckmäßig, eine gewisse Infrastruktur zu haben. Sie berät ja auch die Tochter Medicur in Sachen Printmedien und Plakatwerbung.
Wie ist Ihr Verhältnis zum Mediaprint-Partner Hans Dichand? Zuletzt gab es Streit vor Gericht wegen der Gewinnverteilung an der gemeinsamen Firma?
Ich achte sein Lebenswerk. Zur Gewinnverteilung: Es gibt eine Vertragslage. Die wollte Dichand prüfen. Sie würden von mir ja nicht erwarten, auf ein Recht zu verzichten noch dazu, wenn es um Wirtschaftliches geht.
Und privat: Haben Sie Ihn bei seinen Krankenhausaufenthalten besucht und wie Werner Faymann den Rollstuhl geschoben?
Nein. Ich habe vom Spitalsaufenthalt erst im Nachhinein erfahren. Ich habe ihn zuletzt vor drei Monaten gesehen.
Wie läuft die Zusammenarbeit in der Mediaprint?
Gut. Sowohl im operativen Bereich als auch auf Gesellschafter-Ebene. Wie immer im Leben könnte es besser sein. Die Rendite ist zweistellig auf das eingesetzte Kapital. Es war übrigens mein Vorschlag, dass sich die drei Elefanten der verstorbene Herr Schumann von der WAZ, Herr Dichand und ich sich dort zurückziehen, auch aus persönlichen, emotionalen Gründen.
Wie kommentieren Sie, dass die Krone wadelbeißerisch gegen Ihren Generalsekretär agiert? Woche für Woche.
Der Ferry Maier ist ja auch Politiker, sitzt im Nationalrat und steht in der Öffentlichkeit. Ich denke, das hält er aus. Da gilt der alte Spruch: Es ist wichtig in der Zeitung zu stehen egal wie.
Was lesen Sie an Zeitungen?
Den Kurier, die Presse, ein bisserl Krone. Dann die Süddeutsche Zeitung, in den Standard und die Salzburger Nachrichten schaue ich auch hinein.
Österreich nicht? Da ist Raiffeisen ja finanziell engagiert.
Das ist kein Volumen, über das ich nachdenke. Die Entwicklungen an den Finanzmärkten und Rohstoffbörsen sind da viel wichtiger. Cura posteria.
Was lesen Sie eigentlich im profil als Erstes?
Den Cartoon, danach den Herausgeberbrief und dann kommt der Nikowitz dran.
Sie lachen also gerne?
Ja. Freddie Kräftner
Erschienen in Ausgabe 10+11/2008 in der Rubrik “Rubriken” auf Seite 8 bis 9. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.
