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Zukunft

Eine Katastrophe

Von Freddie Kräftner

Eine Sorge geht um in der größten Tageszeitung des Landes. Wie geht es weiter mit einer „Krone“ ohne den grenzgenialen (manche meinen mittlerweile jenseitigen) Blattmacher Hans Dichand? Dieser wird im Jänner 88.

Er hat seine Zeitung mit seinem Instinkt geprägt wie kein anderer Blattmacher des Landes. Seine Direktiven waren Befehl – wiewohl es im Impressum heißt: „Richtung der Zeitung: Die Vielfalt der Meinungen ihres Herausgebers und der Redakteure.“

Viel Vielfalt gab es freilich nicht. Früher saß er auch am Sonntag in der Redaktion, in letzter Zeit wegen gesundheitlicher Probleme, die hier aus Rücksicht auf die Privatsphäre nicht erörtert werden, auch manchmal wochentags nicht.

Was wird sich ändern? Einen „Hauptgeschäftsführer“ mit einem netten Vorabgewinn von über 700.000 Euro (pro Monat wohlgemerkt) wird es nicht mehr geben.

Es kommen zwei gleichberechtigte Geschäftsführer nach dem Vier-Augen-Prinzip.

Parität ist auch in der Chefredaktion vereinbart. Der 50-Prozent-Partner-WAZ hat freilich zugesagt, dass die Oberhoheit in redaktionellen Fragen in österreichischer Hand bleibt. Logische Lösung: Der mancherorts als Titularchefredakteur bezeichnete Christoph Dichand wird Herausgeber – und zwei Profis machen in Zukunft das Blatt.

Hans Dichand wollte seinen „Krone“-Anteil in eine Stiftung einbringen. Könnte ja sein, dass sein Sohn Michael (nicht aktiv) und Tochter Johanna (auch nicht aktiv) ihren Anteil verkaufen wollen. Da war die WAZ dagegen – sie hätte ja so relativ billig die Mehrheit.

Die Reichweiten sind stabil – dank der höheren Lebenserwartung der Österreicher. Die „Krone“-Leser sterben nicht aus.

Inhaltlich ist einiges zu tun. Der kecke „Österreich“-Gründer Wolfgang Fellner beweist ungefähr jeden zweiten Tag, wie man eine bessere „Krone“ macht.

Spannend wird, wer im Falle des Falles Sprecher der Gruppe Dichand wird. Eingeweihte tippen auf Schwiegertochter Eva, Herausgeberin der Gratiszeitung „Heute“. Die ist gelernte Investmentbankerin, wirkt manchmal naiv – ist in Wahrheit aber sehr tough.

Erschienen in Ausgabe 10+11/2008 in der Rubrik “Zukunft” auf Seite 42 bis 42 Autor/en: Freddie Kräftner. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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