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Lohnverzicht und Betteln um Subventionen
Von Clemens Bomsdorf, Kopenhagen
Unsere Redaktion besteht schließlich aus Wirtschaftsfachleuten, die werden schon wissen, dass man in harten Zeiten sparen muss, mögen die Manager von Dagens Næringsliv (DN) gedacht haben, als sie sich selber die Löhne um fünf Prozent kürzten und Gleiches von ihren Angestellten erwarteten. Doch die machten dabei nicht mit. Media-Agenturen sehen angesichts der Finanzkrise in Norwegen einen drastischen Anzeigenrückgang voraus. Das ehemals finanziell so gut dastehende Blatt Dagens Næringsliv (DN) trifft es vermutlich besonders hart. Doch das war für die Angestellten kein Grund, Kürzungen des selbst für die norwegische Medienlandschaft hohen Lohns hinzunehmen. Sie fühlten sich dadurch bestärkt, dass die Aktionäre des Verlages NHST, der zum Großteil aus DN besteht, sich in den vergangenen zehn Jahren Dividenden haben ausschütten lassen, die in der Summe höher liegen als der Nachsteuergewinn im selben Zeitraum. Das Wirtschaftsblatt hat bezogen auf die Bevölkerungszahl so viele Leser wie vermutlich keine andere Wirtschaftszeitung der Erde. Mit informativen Texten auch über kleine Firmen und investigativen Geschichten war viel Auflage gemacht worden. Andere Blätter in dem nordeuropäischen Land setzen auf den Staat. In Norwegen gibt es nämlich ein Gesetz, das so genannten Zweitzeitungen staatliche Subventionen verspricht. Zweitzeitungen sind jene, die in einer bestimmten Region die zweitgrößte Auflage haben. Diese hätten einen unverhältnismäßig großen Wettbewerbsnachteil im Anzeigengeschäft, so die Begründung für die Subventionen. Weil die Finanzkrise vor allem eine Anzeigenkrise zu werden droht, fordert der Verlegerverband nun eine Extrazahlung von 79,8 Mio. Kronen (8,7 Mio. Euro) an die Zweitzeitungen.
Internet: www.dn.no
Erschienen in Ausgabe 10+11/2008 in der Rubrik “Rubriken” auf Seite 88 bis 88 Autor/en: Clemens Bomsdorf, Kopenhagen. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.
