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„Stillstand” törnt ab

Nach der Matura hat Elisabth Zankel Jus in Graz studiert. Danach gings zum Rechtspraktikum am Oberlandesgericht. 2004 folgte sie aber doch den Journalistengenen in ihr (ihr Vater Erwin war Chefredakteur der „Kleinen Zeitung”) und wechselte als Trainee ins Vorarlberger Medienhaus. Ab 2005 war sie Lokalredakteurin der „VN” später Assistentin der Geschäftsführung und ab August 2006 Chefredakteurin von „Vorarlberg Online”. Nun ist die 31-Jährige als Online-Chefredakteurin der „Kleinen Zeitung” nach Graz zurückgekehrt.

Wie viel Macht hat eine Journalistin?

Ein Journalist sollte nicht dazu da sein, Macht zu haben. Ein Journalist muss sich um interessante Geschichten kümmern.

Ihr Verhältnis zur Macht?

Entspannt.

Hat Ihre Arbeit schon einmal Einfluss auf wichtige Entscheidungen gehabt?

Das wissen nur die Mächtigen.

Ihre Vorbilder im Journalismus?

Braucht man Vorbilder? Ich habe keine. Die Arbeit von Maybrit Illner beeindruckt mich aber.

Was zeichnet eine gute Journalistin aus?

Haltung und Engagement sowie solides Handwerk.

Wie wird sich der Journalismus künftig verändern?

Die einzelnen Medien werden sich künftig stärker unterscheiden bezüglich der Pole Aktualität und Hintergrund, aber auch in Hinblick auf „Seriosität” und „Boulevard”.

Warum sind Sie Journalistin geworden?

Weil es für mich einen besonderen Reiz darstellt, Nachrichten so nahe wie möglich zu kommen.

Wie kamen Sie an Ihren ersten Beitrag und was war das Thema?

Als Redaktionstrainee bei den „Vorarlberger Nachrichten” bekam ich den Auftrag, eine Reportage über Maturabälle zu schreiben.

Ist das Schreiben für Sie Bedürfnis oder Qual?

In den vergangenen zwei Jahren bin ich weniger dazu gekommen – grundsätzlich gilt: Wer nicht gerne schreibt und keinen Bezug zur Sprache hat, wird im Journalismus nicht glücklich werden.

Schon einmal überlegt, den Beruf zu wechseln?

Mehrmals. Da hilft, sich bewusst zu machen, was man alles an seinem Job hat.

Wo und wie lernt man Journalismus am besten?

Mit „training on the job” – vorausgesetzt, man hat einen guten Chef und fähige Kollegen, von denen man etwas lernen kann.

Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

Stärken: Motivierend, begeisterungsfähig; Schwächen: Nachgiebig.

Welche ist Ihre Lieblingszeitung?

Am liebsten lese ich mittlerweile online.

Wie wichtig ist Klatsch?

Heißt es nicht, dass Klatsch das halbe Leben ist?

An welchem Ort würden Sie am liebsten arbeiten?

Auf einem Boot am Bodensee.

Stört Sie das schlechte Image von Journalisten?

Solange man mir das nicht ins Gesicht sagt – nein.

Journalisten gelten als eitle Zeitgenossen, und Sie?

Ich brauche im Bad nur halb so lange wie die ganz Eitlen.

Wie kommt ein Nachwuchsjournalist so weit wie Sie?

Mit einem ambitionierten Mentor, der an einen glaubt.

Ihr bisher größter Erfolg?

Die Berichterstattung zur Brandkatastrophe im Altersheim von Egg und ganz allgemein mein Team bei „Vorarlberg Online”.

Ihr größter Flop?

Eine wichtige Personalentscheidung auf die lange Bank geschoben zu haben.

Ihr Lieblingsgericht und was trinken Sie dazu?

Pasta in allen erdenklichen Varianten. Mineralwasser.

Ihr Lieblingstrinkspruch?

Prost, dass die Gurgel nicht verrost!

Was wären Sie gerne – Spitzensportler, Literaturnobelpreisträger oder Rocksänger?

Es ist gut, dass ich bin, was ich bin.

Was törnt Sie an/ab?

Ich stehe auf Kompetenz, die begeistert mich immer; Abtörnend finde ich Stillstand – wenn gar nichts weitergeht.

Ein Tag Bundeskanzler sein, was tun Sie?

Nur ein Tag? In dem Fall: Mit allen Parteichefs gemeinsam Kuchen essen und sie fragen, warum Parteipolitik wichtiger ist als das Gemeinwohl.

Welche Hoffnungen haben Sie bereits aufgegeben?

Dass ich in diesem Leben Bundeskanzlerin werde.

Was sagen Kollegen Böses über Sie?

Wie kommen Sie denn darauf, dass Kollegen Böses über mich sagen könnten?

Was soll Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Eigentlich muss man gar nichts über mich sagen. Wenn man mich vermisst, reicht mir das.

Erschienen in Ausgabe 10+11/2008 in der Rubrik “Rubriken” auf Seite 98 bis 98. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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