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gehört zu
Zukunft
Was bringt 2009? Die Chefs:
Eugen Russ,
Vorarlberger Medienhaus
Wie erwartet graut sich der Himmel ein. Wir stellen uns seit Monaten darauf ein, die Realität wird wohl noch ein wenig brutaler werden. Die Werbeumsätze halten hoffentlich auf hohem Niveau, die Rubriken brechen konjunkturbedingt ab.
Leider preisen sich die österreichischen Tageszeitungsjournalisten mit ihrem antiquierten Kollektivvertrag (Senioritätsprinzip und unsinnige Zuschläge, vergleichbar mit den Bundesbahnen, aber dort vor Jahren) immer mehr aus dem Markt. Schade um die Tageszeitungen dieses Landes, die so in einen argen Wettbewerbsnachteil geraten. Also: sparen bei Print, dennoch Innovationen vorantreiben. Das schließt sich keineswegs aus, fordert aber Phantasie und Führungsstärke.
Ausbau online vorantreiben, der nächste Aufschwung kommt bestimmt.
Rudolf Andreas Cuturi, Wimmer Medien
Zweckoptimismus ist für 2009 möglicherweise fehl am Platz, genauso wie übertriebener Pessimismus. Die Ausgaben der Werbewirtschaft werden 2009 nach unserer Schätzung in Summe nicht wesentlich sinken. Jedoch wird es je nach Branche Unterschiede geben, wobei uns eine Spanne zwischen plus fünf Prozent und minus 15 Prozent als realistisch erscheint. Wir planen eine Steigerung der Umsätze um etwa 2,5 Prozent bei Steigerung der Kosten in der gleichen Höhe, was etwa der Inflationsrate entspricht. Zusätzlich planen wir aber ein Worst-Case-Szenario mit einer Reduzierung der Umsätze um bis zu zehn Prozent bei Kosten von 2,5 Prozent.
Andererseits nach dem Motto, dass Risiken auch Chancen bieten, könnten sich 2009 in der Medienbranche Entwicklungen ergeben, mit denen zumindest einige Verleger auch ihre Freude haben könnten (z. B. neue Allianzen oder eine [dringend notwendige] Marktbereinigung). Also etwas wärmer anziehen und durch. Wer nur einen Bikini oder eine Short besitzt und keinen Onkel, der einem weiter Geld, diesmal für einen Pelzmantel, borgt, der kann sich eine Lungenentzündung holen. Viele spendable Onkels haben aber momentan auch selbst finanzielle Probleme. Unsere Printmedien (OÖNachrichten”, TIPS” und OÖ Neue”) sind gut aufgestellt und entwickeln sich weiter, sowohl was die Leserzahl als auch was die Umsätze betrifft bzw. halten ihre Position am Markt. Damit glaube ich, dass wir für das Jahr 2009 relativ gut gerüstet sind.
Eva Dichand, Heute”
Generell ist bis jetzt von einem realen Konjunktureinbruch noch nichts zu merken. Die Jahresgespräche mit den Händlern laufen gut und liegen im Schnitt über 2008. Die Markenartikelhersteller reduzieren eher die Budgets bzw. nehmen eine abwartende Haltung ein. Ein Problem, welches wohl verstärkt TV und Magazine betreffen wird. Derzeit ist noch nicht absehbar, wie stark sich die Finanzkrise im nächsten Jahr auf unsere Kunden durchschlagen wird generell ist aber Vorsicht geboten: Wir werden außer online keine größeren Investitionen tätigen und darauf achten, dass unsere kostengünstige Struktur erhalten bleibt. Diese wird im nächsten Jahr sicherlich ein großer Wettbewerbsvorteil sein.
Oliver Voigt, News”
Das wüssten wir auch gerne! Spaß beiseite, es ist schwer, aus heutiger Sicht die nachhaltigen Auswirkungen der Wirtschaftskrise exakt zu prognostizieren. Generell fühlen wir uns in der Verlagsgruppe auch für schwierigere Zeiten gut gerüstet. Seit Jahren agieren wir neben expansiver Marktpolitik wie beispielsweise der Managementübernahme der Internetgesellschaft networld oder der Herausgabe neuer Publikationen wie First”, auch durch verantwortungsvolles Kostenmanagement. Letzteres gehört ebenso zu unternehmerischen Vorgehensweisen und bringt selten Lob ein, dennoch war es das einzig entscheidend Richtige. Deshalb können wir das schwer prognostizierbare Jahr 2009 verhältnismäßig gelassen angehen. Medial erwarten wir uns eine Konsolidierung in den einzelnen Magazinsegmenten. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass an der Qualität der Blätter vor allem von den Chefredakteurinnen und Chefredakteuren, aber auch den Verlagsverantwortlichen mit vollem Einsatz noch mehr und besser gearbeitet werden muss.
Übergeordnet bleibt die Verzahnung und der Ausbau der Online-Agenden an erster Stelle der Prioritäten. Unsere Bewegtbild-Initiative wurde gerade um ein exklusives tagesaktuelles CNN-Fenster auf News.at ausgebaut. Vorerst stehen 120 Videoclips pro Monat zur Verfügung. Genau an solchen Themen werden wir aktiv dran bleiben und weitermachen.
Erschienen in Ausgabe 10+11/2008 in der Rubrik “Zukunft” auf Seite 28 bis 29. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.
