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Rubriken

Deutsch für Journalisten – fünf knifflige Fragen

1. Wie schreibt man es richtig?

a) gewift, b) gewieft, c) gewivt,

d) gewievt

2. Wie wird das Wort Hurrikane ausgesprochen?

a) harik(e)n, b) hörikein

3. Ist in dem folgenden Satz ein Fehler? „Sie strömten zu tausenden herein.“

a) ja, b) nein

4. Wie schreibt man es?

a) Komite, b) Kommitee,

c) Komittee, d) Komitee

5. Was klingt besser? Mehrere Tageszeitungen brachten das Foto …

a) … auf der Titelseite,

b) … auf den Titelseiten

Die Auflösung

1. Das Wort gewieft (= schlau, gewitzt, sich nicht übervorteilen lassend) ist das 2. Partizip von mhd. wifen (= winden, schwingen) und verwandt mit Wipfel. Es wird oft mit vif, von französisch vif und lateinisch vivus (= lebendig), verwechselt.

Richtig ist (b).

2. Der tropische Wirbelsturm ist ein Härtetest für Rundfunkjournalisten – a) ist richtig.

3. Die Antwort lautet (b), denn beides ist richtig: zu tausenden und zu Tausenden. Die Großschreibung ist vorzuziehen. Auch bei: mehrere

Tausende Menschen, Abertausende Sterne etc.

4. Wir leiten das Wort von franz. comité ab, d) ist richtig. Dass der Lateiner an das Herkunftswort committere (= ausüben, anvertrauen) denkt, tut nichts zur Sache. Die Engländer lehnen sich an das Lateinische an: committee.

5. Die Bezeichnung für eine Sache, die sich auf eine Mehrzahl von Personen bezieht, steht in der Einzahl: Der Kummer brach ihnen das Herz (nicht: die Herzen). Alle hoben die Hand (nicht: die Hände). Dies wird der einteilende oder distributive Singular genannt. Analog dazu klingt a) besser, der Plural ist nicht notwendig.

Robert Sedlaczek,

Autor des Buches „Das österreichische Deutsch“, schreibt wöchentlich eine Sprachkolumne in der „Wiener Zeitung“.

Erschienen in Ausgabe 12/2008 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 14 bis 14. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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