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Special
Gratismagazine 2008
1.
“Wien live”: Verbreitungsgebiet: Wien; Auflage: 70.000;
Erscheinungsweise: 10x jährlich;
Ersterscheinung: 2002; Anzahl der Redakteure: 6
Titelseite: Aber hallo! Wenn Gratismagazine künftig so aussehen, müssen sich Kauftitel warm anziehen. Die Seite 1 zwingt richtiggehend rein: opitisch und inhaltlich. Im Februar Julia Hartmann auf dem Cover. Super fotografiert. Super Bildschnitt. Super Themenanrisse.
5 Punkte
Inhalt: Das erste Drittel Kultur, dann Stadt, Backstage, Kulinarik, Fußball, Stil, W0hnen, Tag & Nacht. Ein großes Versprechen – und es wird eingelöst. Witzig, kreativ, intelligent. Und mit viel Platz für einzelne Geschichten: Acht volle Seiten für “24 Stadterlebnisse in 24 Stunden – so tickt Wien”, zehn Seiten mit Stadtansichten “Wien abseits”, eine Doppelseite erklärt uns Fußball. Journalismus, Fotografie und Layout verschmelzen zu einem großen Genuss.
5 Punkte
Layout: Die Grundschrift zu klein. Alles andere top: Farbleitsystem, Bildsprache, Text-Bild-Verhältnis, Blattdramaturgie – und natürlich die Titelseite!
4 Punkte
Summe
14 Punkte
1.
“weekend”: Verbreitungsgebiet: Österreich; Auflage: 1,1 Millionen;
Erscheinungsweise: 14-täglich;
Ersterscheinung: Wien: 2007; Anzahl der Redakteure: 51 (gesamt)
Titelseite: Optisch absolut top. Selbst der Titelkopf. Spannende Themen – auch ernste (Politik-Umfage: “Österreicher wollen keinen Vater Staat”). Ein Versprechen für hohen Lesegenuss.
5 Punkte
Inhalt: Kleinteiliger Einstieg – gut und mit vielen Ideen, zum Beispiel “hot” unter jedem Rubrikentitel. Klare Gliederung in Rubriken. Titelthemen professionell umgesetzt. Erstaunlich für ein Gratismagazin: Auch Politik hat eine eigene Strecke, journalistisch besser gemacht, als man das erwarten würde. Die “Wirtschaft” vermittelt dagegen das Gefühl, dass hier die Anzeigenkunden redaktionell vorkommen dürfen – und entsprechend auch die Themen gewählt wurden. Gesamteindruck: Ein durchdachtes Konzept, für das auch in der Redaktion Geld eingesetzt wird.
4 Punkte
Layout: Modern, übersichtlich, viel Weißraum. Wirkt edel. Redaktion wird optimal präsentiert.
5 Punkte
Summe
14 Punkte
3.
“Live Heute”: Verbreitungsgebiet: Wien, NÖ; Auflage: 250.000; Erscheinungsweise: wöchentlich;
Ersterscheinung: 2007; Anzahl der Redakteure: 15
Titelseite: Die “Gala” für die Wiener U-Bahn-Fahrer – oder doch die “Bunte”? Würde auch im Flieger gut unterhalten. Wie auch immer: Viele schöne Menschen für eine schöne Seite 1 und ein schönes Wochenende. Professionelle Themenwahl, auch professionelle Umsetzung.
5 Punkte
Inhalt: Von jedem Hund ein wenig. Viele Stars. Dazwischen immer wieder richtige journalistische Highlights: Der “Report der Woche”, die “Coverstory” oder die “Reportage der Woche” – zum Beispiel über häusliche Gewalt mit Infokästen. In diesem Fall auch von einer 1a-Schreiberin: Marga Swoboda. Kultiges zum Ausstieg: auf eine Melange mit Hans Dichand. “Haben Sie jemals einen wirklich bösen Menschen kennen gelernt?”, fragt da Nadia Weiss.
4 Punkte
Layout: Schöne Seite 1, schöne Inhaltsseite. Meinungsseite interessant, Hollywood Inside: Katastrophe. Und so geht es weiter. Spitze und Mittelmaß wechseln sich ab. Fernsehprogramm ist ein Genuß.
3 Punkte
Summe
12 Punkte
4.
“Nightline”: Verbreitungsgebiet: Wien; Auflage: 50.000; Erscheinungsweise: monatlich;
Ersterscheinung: 2008; Anzahl der Redakteure: 2
Titelseite: Angenehmes For- mat, glänzend, wirkt wertig. Themenanreißer sind in jedem Fall originell und in jedem zweiten Fall daneben. Welche Geschichten sollen verkauft werden?
2 Punkte
Inhalt: Alles, was junge Menschen angeblich interessiert. “Anbandeln mit Bewegungsfreiheit”, Tipps, wie auch das Make-Up die Nacht durchhält, was gerade in London abgeht und was die Zuhause-Gebliebenen erwartet. Eine interessante Mischung. Manchmal sprachlich anbiedernd und daneben. Was ist bitte “eingrooven”?
4 Punkte
Layout: Layout weitgehend ok, aber: Gibt es eigentlich bei “Nightline” jemanden, der für den Schriftenkäse verantwortlich ist? Der oder die sollte umgehend …
Sind wir uns einig, dass Jugendliche nicht anders lesen, als Erwachsene? Bei den beachtlichen (inhaltlich spannenden) Textmengen, die dieses Magazin seinen jungen Lesern zumutet, wären zumindest die Grundregeln für Lesbarkeit angebracht.
3 Punkte
Summe
9 Punkte
5.
“Vorarlberg Week”: Verbreitungsgebiet: Vorarlberg; Auflage: 130.200;
Erscheinungsweise: 14-täglich;
Ersterscheinung: 2005; Anzahl der Redakteure: 2
Titelseite: Langweiliger Titelkopf, langweiliges Layout, denkt sich bei den Farben eigentlich jemand etwas? Wirkt wie ein Fernsehprogramm in den 90er- Jahren.
0 Punkte
Inhalt: Nach der Beliebigkeitstitelseite die erste Überraschung: “Vorarlberg Week” bietet richtige Lesegeschichten und das sogar mit Vorarlberg-Bezug. Allerweltsthemen werden konsequent auf das Ländle “runtergebrochen”. Welche Vorarlberger verdienen an der EM? Premiere am Vorarlberger Landestheater – schnelle Küche, wenn dann noch Gäste kommen. Manchmal etwas bei den Haaren herbeigezogen, aber noch erträglich. Guter Einstieg auch für die Hinten-nach-vorne-Leser: Ländle-Events, “ästhetische Bilder von Vorarlberger Fotografen”, Essen und Trinken in Vorarlberg und dann noch das “Bregenzer Traumpaar”. Schwach im Mittelteil.
4 Punkte
Layout: Professionell magazinig – zumindest streckenweise. Im Mittelteil großes Durcheinander.
4 Punkte
Summe
8 Punkte
6.
“Vormagazin”: Verbreitungsgebiet: in den Zügen im Verkehrsverbund Ostregion; Auflage: 60.000; Erscheinungsweise: monatlich; Ersterscheinung: 1986; Anzahl der Redakteure: 8
Titelseite: Einprägsamer Titel, schön der Weißraum, angenehmer Kontrast zum Foto darunter. Gut die Themenanrisse darüber. Unverständlich die Auswahl des Titelthemas: “Rauch- frei 08″. Ah, kapiert! Nicorette-Logo daneben. Kombiniere: Seite gekauft, “Anzeige” vergessen.
1 Punkt
Inhalt: Beginnt mit kleinen Themen – und wird dann noch kleiner. Spätestens irgendwo ab Seite 20 setzt sich der Eindruck fest, das Leben besteht nur noch aus 15-Zeilen-Meldungen. Erstaunlich, wie konsequent dieses “Konzept” durchgehalten wird. Die 16 Seiten Extra “Wohnen in Wien” in der Ausgabe 5/2008 wirken wie bezahlte Werbung – nur nicht gekennzeichnet.
1 Punkt
Layout: Gut: Inhaltsseite. We- niger gut: Die nächsten 140 Seiten schauen nicht viel anders aus – aber das ist bei einer derartigen Ansammlung von Kleinkram vermutlich nicht anders lösbar. Das war vielleicht zu dick aufgetragen, drei, vier Seiten sind wirklich in Ordnung.
1 Punkt
Summe
3 Punkte
Erschienen in Ausgabe 06+07/2008 in der Rubrik “Special” auf Seite 76 bis 77. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.
