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ARCHIV » 2009 » Ausgabe 02+03/2009 »

Editorial

Die Zukunft beginnt täglich

Die „Presse am Sonntag" ist ein Lichtblick. Und warum Wrabetz bleiben soll!

Wolfgang Fellners Versprechen geht in Erfüllung, endlich. Eine Tageszeitung ganz neuen Typs sollte kommen, gar das Jahrzehnt der Zeitung damit anbrechen. Alles mega-, überdrüber-, super-, … Drei Jahre verspätet sehen wir, was unser Magazin-Guru gemeint haben könnte und – leider: welches Produkt Österreich (das Land) verpasst hat.

Doch nicht „Österreich" (die Zeitung) wird dieses Versprechen jetzt erfüllen, sondern die „Presse". Verrückt, oder? Während rund um den Globus die Medienhäuser extrem sparen, nicht wenige ums Überleben kämpfen, startet die „Presse" am 15. März mit einer Sonntagsausgabe. Aber nicht irgendein Wischiwaschi-Projekt, nein! Die neue Zeitung ist – man muss das deutlich sagen – einfach sensationell. Thurnher & Co mögen Michael Fleischhacker ja zum Abkacken finden. Doch in der Wiener Hainburger Straße ist ein Team am Werk, das alle Achtung verdient. Unter anderem Helge Schalk, verantwortlich für die beeindruckende Optik, Geschäftsführer Reinhold Gmeinbauer, er will auch in schwierigem Umfeld Anzeigen herbeischaffen. Und natürlich Horst Pirker von der Styria, der der „Presse" Luft (und Geld) gibt wie noch nie in ihrer Geschichte.

Eine Super-Truppe oder ein Haufen Wahnsinniger, denen der Sinn für das Machbare verloren gegangen ist? Keine Ahnung. Der Grat ist manchmal verdammt schmal und vielleicht werden in zwei Jahren Fleischhacker, Gmeinbauer & Co ihre Jobs los sein und die Branche wird sich über die Dummheit der „Presse" die Schenkel klopfen. Die Chance, dass dieses Projekt gelingt, ist allerdings deutlich größer. Wenn die Redaktion intelligente Allianzen eingeht, vielleicht mit der „FAZ am Sonntag", und nicht alles selbst machen will, dann könnte sie eine publizistische Flughöhe erreichen, die tatsächlich viele Leser begeistert. Das wiederum würde ihr im Anzeigenverkauf helfen. Krise hin oder her, etwas freies Geld schwimmt immer rum. Welches Unternehmen will sich nicht mit Innovation, Zukunft und Intelligenz schmücken?

Viel Glück für die „Presse" – und nichts für ungut, dass wir die neuen Seiten am Sonntag frühzeitig und komplett zeigen (Seite 44). In Zeiten, in denen es kaum Lichtblicke gibt, muss dieses Projekt einfach auf die Bühne – als Mutmacher!

Um seine Zukunft kämpft in diesen Wochen Alexander Wrabetz. Wäre das vor einem Jahr passiert, nicht wenige hätten sich die Hände gerieben. Jetzt ist vieles anders. Dass die Faymanns, Ostermayers und Prölls dieses Landes in einer eigenwilligen Allianz die Nachrichtenhoheit im größten Medium des Landes an sich reißen wollen, stimmt selbst Leute nachdenklich, die sich sonst zu solchen Themen nicht äußern. Den Bundespräsidenten zum Beispiel, der die Zündler mahnt, es nicht zu übertreiben. Unterstützung für Wrabetz auch von Journalisten aus dem ORF. „Wir haben vieles falsch gemacht", sagt Wrabetz im „Journalist"-Interview (Seite 28) zu Freddie Kräftner, der – obwohl in der Telefonzentrale mit Durchstellverbot belegt – zum ORF-General vorgedrungen ist. Man kann Wrabetz in seiner Eigenwahrnehmung nicht vollkommen widersprechen. Doch irgendwie scheint es uns mit ihm so zu gehen wie mit Gusenbauer und Molterer in der Stunde des Abschieds. Mit dem Neuen vor Augen erscheint das Alte in deutlich milderem Licht. Ich finde, Wrabetz hat noch eine Chance verdient! Er hat seine Lektion gelernt und er kämpft glaubhaft für einen ORF, den uns seine Gegner nur scheinheilig versprechen.

„The path of the story – über die Arbeit einer Plattformredaktion". Wer denkt bei diesem Thema spontan an bekannte und weltbekannte Namen? Welchen Weg geht eine Nachricht im Laufe eines Tages? Am nächsten Tag? Und was ist sie noch in zwei Tagen wert? Das „WirtschaftsBlatt" beschäftigt sich seit zwei Jahren intensiv mit diesem Zukunftsthema (Seite 82). Mario Garcia, ein Weltstar unter den Medienmachern, coacht die Wiener mit seinen Erfahrungen, die er beim „Wall Street Journal" gemacht hat. Erstaunlicherweise wissen nicht mal die Kollegen im Styria-Konzern, was ihre Schwesterzeitung „WirtschaftsBlatt" da so treibt. Mit ein Grund mehr, den 10. European Newspaper Congress vom 26. bis 28. April im Wiener Rathaus zu besuchen. Eine Auswahl der weltbesten Medienmacher stellt bei diesem größten europäischen Zeitungskongress ihre Zukunftsprojekte vor (Programm: www.newspaper-congress.eu). Mehr denn je gilt es, auszutauschen, anstatt abzuschotten! Denn die Zukunft beginnt jeden Tag neu – mit oder ohne uns.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2009 in der Rubrik „Editorial“ auf Seite 5 bis 7. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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