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Medien

„Ein optimales Umfeld für unsere Inserenten“

In Wien wird in den nächsten Wochen ein neues Medien-Headquarter entstehen. Tirols Moser Holding und die Styria Medien AG ziehen mit ihrer auf der Basis eines Jointventures gegründeten Regionalmedien Austria AG (RMA) in den Kampf gegen die Vorherrschaft der „Kronen Zeitung" auf dem gesamtösterreichischen Zeitungsanzeigenmarkt. RMA-Chefs sind der Styria-Geschäftsführer für die Gratiswochenzeitungen in der Steiermark und Kärnten, Helmut Schoaß, und Gerhard Fontan, Geschäftsführer der „Print"-Zeitungsverlag Gesellschaft, in welcher die Moser Holding ihre in sechs Bundesländern erscheinenden „Bezirksblätter" zusammenfasst.

Die Zeit ist reif für den Aufbruch, denn innerhalb weniger Wochen sind drei für den gesamtösterreichischen „Bezirksblätter"-Ring nötige Voraussetzungen geschaffen worden. 1. Der von der Mediaprint und somit der „Krone" betriebene Widerstand gegen das bereits am 21. Dzember 2007 fixierte Jointventure zwischen Styria und Moser Holding ist gebrochen – nach dem Kartellverfahren gab der Oberste Gerichtshof grünes Licht für die gemeinsame Firma RMA. 2. Nach dem radikalen Umbau der „Oberösterreichischen Rundschau" besetzt die Moser Holding seit Jahresanfang an jedem Donnerstag auch das Bundesland Oberösterreich mit Gratisblättern namens „Bezirksrundschau". 3. Mit dem Erwerb der Wiener „Bezirkszeitung" („bz") von der Post schloss die RMA die vorletzte Lücke im gesamtösterreichischen Ring. Im neunten Bundesland Vorarlberg gibt es schon Gratisblätter – ein Arrangement der RMA mit dem Vorarlberger Medienhaus sollte möglich sein.

Schlagartig kann die RMA somit Inserate in den Gratiswochenblättern von acht österreichischen Bundesländern verkaufen. Lediglich Vorarlberg steht noch außerhalb, doch haben beide Großverlage beste Beziehungen zum Vorarlberger Medienhaus. Die strategische Idee hinter allen Bemühungen ist die Brechung des „Krone"-Monopols auf dem gesamtösterreichischen Anzeigenmarkt. Unter Berufung auf die „Regioprint" behaupten die Betreiber, dass die Produkte der RMA schon jetzt mit rund vier Millionen Lesern eine größere Reichweite haben als die „Krone". Auch die Produkte der News-Verlagsgruppe und das „Weekend Magazin" des Zeitungsmachers Christian Lengauer werden den neuen Mitbewerber zu spüren bekommen. Das „Weekend Magazin" erscheint ebenfalls bundesweit, wenn auch mit weit geringerer Auflage.

In den von Styria medial beherrschten Bundesländern Steiermark und Kärnten geht der Wochenblättersegen zumeist sogar an zwei Wochentagen herunter. Wichtigster Erscheinungstag ist Mittwoch bzw. Donnerstag, darüber hinaus gibt es eine Reihe von Sonntags-Titeln. „Bei uns ist alles in der RMA dabei, was gratis und wöchentlich erscheint", bestätigt Schoaß.

Der hinhaltende Widerstand, den die Advokaten der Mediaprint im Kartellverfahren leisteten, hat die Betreiber des neuen Gratisblätterringes ein Jahr Zeitverlust gekostet, aber jetzt wollen sie sich mit aller Kraft und entsprechendem Marketing etablieren. „Wir müssen definitiv in das Österreich-Geschäft hinein", sagt Schoaß.

Auch Fontan rührt bereits die Werbetrommel. „Bezirksblätter" in anderen Bundesländern, so etwa in Niederösterreich brachten ihren Gratislesern zu Jahresanfang die frohe Botschaft: „Bei uns ist wieder was los!" In einer Grafik wurde ganz Österreich mit der „Bezirksblätter"-Farbe Blau eingefärbt, nur Oberösterreich wurde als Neuankömmling mit roter Farbe begrüßt: „Jeder private Haushalt in Oberösterreich bekommt sein persönliches Exemplar der, Bezirksrundschau‘ kostenlos zugestellt", versprach Fontan. „Gleichzeitig wird die, Bezirksrundschau‘ auch ein optimales Umfeld für unsere Inserenten bilden."

Erschienen in Ausgabe 02+03/2009 in der Rubrik „Medien“ auf Seite 50 bis 53. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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