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Falsche Meldung nicht gelöscht

Eine gute Geschichte soll man nicht deswegen von der Internetseite entfernen, weil sie nicht ganz stimmt – wäre doch schade darum. Könnten vielleicht ähnliche Überlegungen dahinter stecken, dass man bei „Österreich" den Beitrag „TV-Doktor soll US-Gesundheitsminister werden" noch zwei Wochen lang auf der Internetseite belies, obwohl der Inhalt längst berichtigt worden ist?

Die ursprüngliche Meldung kam am 7. Jänner 2009 von der Nachrichtenagentur AFP. Knapp darauf berichtigte die Agentur die Meldung, wonach der auch im Fernsehen auftretende Neurochirurg Sanjay Gupta nicht Minister unter Barack Obama sondern „nur" Leiter von staatlichen Gesundheitsämtern werden soll. „Österreich" aber ignorierte die Berichtigung. Auf der Internetseite „oe 24" der Fellner-Zeitung blieb die Fehlmeldung stehen. Nicht einige Stunden, nicht ein paar Tage, sondern zwei Wochen lang. Erst kurz vor der Angelobung Obamas verschwand die Meldung in der Versenkung.

PS: Das Richtigstellen scheint so eine Sache zu sein: am 26. Jänner berichtete die Zeitung über den Fund verwester Babyleichen in der japanischen Hauptstadt. Konsequent blieb das Blatt auf seiner Internetseite noch tagelang bei der Schreibweise „Tokyo" in der Titelzeile, während es im Text zur Abwechslung „Tokio" hieß. Und illustriert wurde die Meldung mit dem Foto eines Müllcontainers, obwohl die toten Kinder in einem Kasten in der Wohnung versteckt waren.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2009 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 18 bis 19. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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