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Ich werde dafür bezahlt, auf Partys zu gehen - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2009 » Ausgabe 02+03/2009 »

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Ich werde dafür bezahlt, auf Partys zu gehen

Sie ist wohl die produktivste Redakteurin der „Krone". Karin Schnegdar, 42, schreibt täglich die Society-Kolumne „Adabei" und produziert für die Farbbeilage „Krone Bunt" eine üppige Bild-Strecke. Damit ihr nicht ganz fad wird, schreibt die geprüfte Käse-Sommelière und eine der besten Schnaps-Verkosterin des Landes am Sonntag noch eine Doppelseite über Essen & Trinken. Wie sie nebstbei auch noch Reportagen und Reiseberichte schafft, ist vielen ein Rätsel. Jedenfalls muss die gebürtige Mödlingerin sehr gut organisiert und diszipliniert sein. Vielleicht gelernt im Gymnasium „Mater salvatoris" in Wien 7. Nach der Matura schloss sie ihr Publizistikstudium als Magistra mit einer Diplomarbeit über satirische Zeitschriften während der Besatzungszeit ab. Ihre journalistische Karriere begann 1993 in der Magazinbeilage der „Presse" mit Restaurantkritiken, es folgten „A la Carte" und ab 1995 der Einstieg in die Gesellschaftsberichterstattung bei Ro Raftl im „Kurier". Ein Jahr später wechselte sie zur „Krone", „Adabei" ist sie dort seit 2003.

Hat Ihre Arbeit schon einmal Einfluss auf wichtige Entscheidungen gehabt?

Natürlich: Jeden Tag überlegen Promis, über welche der vielen Society-Veranstaltung die „Krone" tags darauf wohl berichten wird – und entscheiden danach, wo sie hingehen.

Was zeichnet einen guten Journalisten aus?

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtigen Fragen zu stellen. Und die falschen Antworten wegzulassen.

Wie wird sich der Journalismus künftig verändern?

Erstens: Schneller – öfter – billiger. Das Internet liefert in Echtzeit Bilder von gerade laufenden Veranstaltungen. Ungeschnitten, unkommentiert, ohne Auswahl und übergreifende Story, mit technisch wackeliger Optik – aber dafür sofort und umfassend.

Zweitens: Society war ein medialer Megatrend der letzten sieben bis acht Jahre. Die Zahl der People- Magazine, der Kolumnen und Sendungen hat sich vervielfacht. Ich sehe hier den Höhepunkt erreicht, das Interesse wird wieder abflauen. Auch das Marketing großer Firmen geht wieder weg vom Sponsoring und von den Promi-Events.

Warum sind Sie Journalistin geworden?

Ich werde dafür bezahlt, auf Partys zu gehen und Restaurants zu testen. Sonst noch Fragen?

Ist das Schreiben für Sie Bedürfnis oder Qual?

Mir ist es ein Bedürfnis, die Qual hinter mich zu bringen.

Schon einmal überlegt, den Beruf zu wechseln?

Nur wenn die Abende seeehr lang werden und der

Redaktionsschluss seeehr früh ist.

Wo und wie lernt man Journalismus am besten?

Von wohlmeinenden Kollegen. Und beim Lesen. Die Art, wie T.C. Boyle Sätze baut, zum Beispiel – unvergleichlich.

Ihre Hauptinformationsquelle?

Reden, reden, reden.

Wie wichtig ist Klatsch?

Hallo!?

Stört Sie das schlechte Image von Journalisten?

Nur, wenn es zu Recht besteht.

Journalisten gelten als eitle Zeitgenossen, und Sie?

Wenn ich mich mit den meisten Objekten meiner Berichterstattung vergleiche – da kann meine eigene Eitelkeit kaum mithalten.

Ihr liebstes Hobby?

Die Benutzung von Messer, Gabel und schönen Gläsern.

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Homers Heimat" von Raoul Schrott.

Wie halten Sie sich fit?

Nicht alles aufessen, was auf den Teller kommt.

Wie kann man Ihre Aufmerksamkeit erregen?

Mit dem schlichten Satz: „Hast du schon gehört …?"

Was wären Sie gerne – Spitzensportler, Literaturnobelpreisträger oder Rocksänger?

Nobelpreisträger – da ist das Publikum am angenehmsten.

Wohin fahren Sie als Nächstes auf Urlaub?

Nach Cap Ferrat.

Welche Hoffnungen haben Sie bereits aufgegeben?

Dass wirklich alle Promis kommen, mit deren Namen mich Veranstalter auf ihr Fest locken.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2009 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 90 bis 90. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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