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Special Sport

Ihr Name ist Happel, Christina Happel

Von Gudrun Doringer

Sport II. Ihr Name klingt in den Ohren von Fußballfans wie die Musik von zehn Meisterfeiern auf einmal und hat der Enkelin von Fußballlegende Ernst Happel schon so manche Tür, etwa die zur Sportredaktion von Premiere TV geöffnet.

Wenn Christina Happel einmal heiratet, will sie ihren Namen behalten. Das hat sie ihrem Freund schon gesagt. Ihr Name nämlich klingt in den Ohren von Fußballfans wie die Musik von zehn Meisterfeiern auf einmal und hat der Enkelin von Fußballlegende Ernst Happel schon so manche Tür, etwa die zur Sportredaktion von Premiere TV geöffnet. „Sicher hat es geholfen, dass unter meiner Bewerbung dieser Name stand", sagt die 25-Jährige. „Aber wenn man dann nicht anständig arbeitet, hilft der Name auch nicht mehr." Muss er auch nicht, denn Christina Happel ist bereits das dritte Jahr – pardon, die dritte Saison, wie sie es als Sportredakteurin ausdrückt – bei Premiere und trägt dabei nicht nur ihren berühmten Namen, sondern auch wesentlich zur Beitragsgestaltung bei, wenn es um Fußball oder Eishockey geht.

„Mich nicht für Fußball zu interessieren wäre in meiner Familie nicht möglich gewesen. Da kenn‘ ich mich aus", erklärt sie. „Beim Eishockey ist das anders. Da musste ich mir vieles aneignen. Und in der Eisarena bin ich nicht die Enkelin vom Happel." Als Frau in der Sportredaktion gelandet zu sein, habe für sie Vor- und Nachteile. „Am Anfang hat man es sicher schwerer, sich seinen Respekt zu erarbeiten. Andererseits wird eine Frau von den Sportlern vielleicht nicht so leicht angezickt. Mit ein bisschen Charme kommt man da schon zu Interviews, die Männer eventuell nicht kriegen", sagt sie. Ob ihr Großvater auch so leicht um den Finger zu wickeln gewesen wäre? „Er war bestimmt kein angenehmer Interviewpartner", sagt Christina Happel. „Und schon gar nicht, wenn einJournalist keine Ahnung hatte oder unvorbereitet zum Interview kam. Überhaupt hat er nicht so gern geredet – im Gegensatz zu mir." Noch ein Gegensatz: Während Ernst Happel ganze Regale mit sportlichen Auszeichnungen und Pokalen füllen konnte, bezeichnet sich seine Enkeltochter als unsportlich. „Selbst Sport betreiben habe ich auf ein Minimum reduziert. Es gibt Leute, die dafür bezahlt werden. Die machen das schon ganz gut."

Dass es nun auch jemanden gibt, der sie für ihr Hobby, nämlich am Fußballplatz zu sein, bezahlt, hält sie immer noch für einen riesengroßen Glücksfall. „Ich bin in den Journalismus nach der Matura so reingerutscht", sagt sie. Zunächst in die Kronehit-Redaktion als Praktikantin. „Aber irgendwann wiederholen sich die Themen. Schönheits-OPs, Wetter, High Society. Und wieder von vorn." Im Sport sei das anders. „Da gibt es immer wieder neue Trainer und neue Spieler." Die Begeisterung für den Fußball sei ihr in die Wiege gelegt worden. „Buben werden von klein auf schon zum Fußballplatz mitgenommen. Für die Mädchen gibt es meistens ein anderes Programm. Ich war eine Ausnahme."

Eine Fußballerin wollte aber niemand aus ihr machen, die Fußballschuhe wurden nur dem großen Bruder angezogen. „Darüber bin ich auch nicht böse. Frauenfußball hat bei uns leider immer noch keinen Stellenwert. Die müssen oft schauen, wie sie ihre Fahrtkosten zu einem Spiel wieder reinkriegen", meint Christina Happel. Da schon lieber passiv-sporteln, auf der Zuschauertribüne sitzen oder mit dem Mikro vor der Kabine warten – vielleicht irgendwann einmal auch vor der Kamera stehen. „Bisher gestalte ich Porträts, liefere Statistiken und recherchiere viel im Hintergrund. Damit bin ich im Moment sehr zufrieden." Ihr Job macht sie nicht automatisch zum Fan. „Ich stehe nicht mit Schal und Fahne in der Fankurve", erklärt Happel. Dort würde sie nur für ihren Großvater stehen.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2009 in der Rubrik „Special Sport“ auf Seite 60 bis 61 Autor/en: Gudrun Doringer. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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