Warning: Use of undefined constant cms_navigation_js - assumed 'cms_navigation_js' (this will throw an Error in a future version of PHP) in /var/www/journalist.at/www/htdocs/wp-content/plugins/cms-navigation/CMS-Navigation.php on line 361
„Krone“ wird um 15 Millionen erleichtert - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2009 » Ausgabe 02+03/2009 »

Medien

„Krone“ wird um 15 Millionen erleichtert

Von Interview: Engelbert Washietl

Helmut Schoaß, Chef der Styria-Wochenblätter, geht mit den Tirolern auf Werbekundenjagd: Die „RMA" ist ein neuer Player für Österreich.

?Durch das Jointventure zwischen Styria und Moser Holding entsteht die Regionalmedien Austria AG, die jetzt in die operative Phase geht und eine gesamtösterreichische Plattform für Gratis-Bezirkswochenzeitungen bildet. Welche publizistische und werbliche Reichweite hat diese Schiene?

Helmut Schoaß: Diese neue Firma wird Woche für Woche rund 100 regionale Ausgaben publizieren. Wir beschäftigen in dieser RMA rund 1.000 fixe Mitarbeiter. Sie hat das Ziel, das ganze Bundesgebiet von Österreich mit regionalen Wochenzeitungen gratis abzudecken.

Arbeiten die zwei Unternehmenspartner mit ihren jeweiligen Produkten in die eigene Tasche oder in einen gemeinsamen Topf, aus dem anteilig ausgezahlt wird?

In einen gemeinsamen Topf.

Das heißt, jeder erhält 50 Prozent der Erträge?

Bei Styria ist das so, dass Gewinne sofort wieder investiert werden, und das wird weiter so sein.

Die Moser Holding hat „Bezirksblätter" in sechs Bundesländern gegründet, Styria nur in zwei. Von außen gesehen wirkt das ungleich, die Moser Holding hat mehr in das Projekt investiert. Wie wird das ausgeglichen?

Die „Bezirksblätter" der Moser Holding sind in den letzten Jahren mit einem unglaublichen Tempo in die Expansion gegangen, wir haben in der Zeit die Expansion in den Heimatmärkten Kärnten und Steiermark betrieben. Wir haben die starke Mittwoch-Ausgabe, haben Zeitungen gegründet und gekauft. Da gibt es die Gruppe der Kärntner Regionalmedien, die 14-täglich mit einer Auflage von 220.000 erscheinen, in der Steiermark gab es die Akquisition vom „Grazer", der wöchentlich am Sonntag mit einer Auflage von 170.000 erscheint. Der gehört auch schon zu 100 Prozent zu Styria. Die „Bezirksblätter" machten zum Unterschied von uns die Expansion heraus aus den Heimatmärkten, wir haben sie in unseren Heimatmärkten gemacht.

Das erklärte Ziel des Gratiszeitungsrings ist es, das Monopol der „Kronen Zeitung" beim gesamtösterreichischen Werbeauftritt zu brechen. Wie groß kann der Anteil sein, den Ihre neue Gesellschaft vom Anzeigen-Umsatz der „Krone" abzweigt?

Wir haben in der RMA jetzt eine Auflage von schätzungsweise 3,5 Millionen Stück am Mittwoch und knapp über vier Millionen Leser. Die „Kronen Zeitung" hat 2,8 Millionen Leser. Das ist der Grund, warum wir einen Teil des Werbekuchens, den die „Krone" vom nationalen Markt holt, für uns beanspruchen möchten. Zehn bis 15 Millionen Euro vom nationalen Umsatz könnten wir erwarten. Das würde etwa zehn Prozent vom Kuchen ausmachen. Das geht nicht von heute auf morgen, müsste aber innerhalb von zwei bis drei Jahren möglich sein.

Mit welcher Umsatzrendite rechnen Sie dabei?

Da muss man zwei Dinge unterscheiden. In den bestehenden Verhältnissen rechnen wir mit einer zweistelligen Umsatzrendite. Im künftigen Projekt muss man auch einrechnen, was die Investition kostet. Der Kauf der „Bezirkszeitung" in Wien kostet etwas, Oberösterreich kostet ebenfalls Geld. Wir sind auf jeden Fall positiv. Vordergründig ist wichtig, ganz Österreich zuzumachen, also den Ring zu schließen. Die Expansion finanzieren wir immer aus dem Cashflow, also aus den Ergebnissen. Kurzfristig wird die Rendite natürlich sinken, aber mittelfristig rechnen wir wieder mit zweistelligen Ergebnissen.

Den Kauf der Wiener „Bezirkszeitung" hat zwar die Moser Holding betrieben, aber bezahlt wird der Erwerb von der RMA, also auch von Styria?

Das ist ein normales Procedere. Es wurde gekauft und das Jointventure wird den Kauf finanzieren. Zuvor muss noch die kartellrechtliche Genehmigung für den Erwerb der „Bezirkszeitung" kommen.

Die neue Werbeschiene funktioniert auf der Basis von Gratiswochenzeitungen. Ist das ein Ausdruck der Veränderung des gesamten Printmarktes, weil die Kaufzeitungen nicht mehr so florieren wie in früheren Jahren?

Wir beobachten den Markt sehr genau und sehen, dass die Kauftageszeitungen da und dort Marktanteile verlieren. Sie haben es sowohl am Leser-, als auch am Anzeigenmarkt immer schwerer. Und da sehen wir die Chance, mit unserer redaktionellen Positionierung – nämlich lokalen Inhalten von vorn bis hinten, wie sie kein Medium bietet – zu gewinnen. Wir sehen ja auch, dass sich das auszahlt. Was wir momentan regional machen, also gratis ins Haus zustellen, Leute immer aus der Region beschäftigen, diese Idee geht auf. Und deshalb wollen wir dort investieren, wo es Sinn macht.

Wenn die Probleme der Kaufzeitungen noch größer werden, werden dann Ihre Gratisblätter die Kaufzeitungen mitfinanzieren müssen?

Nein, ich würde auch nicht von Problemen der Kaufzeitungen reden. Es gibt lediglich eine Tendenz, dass die Kaufzeitungen bei der verkauften Auflage und der Reichweite stagnieren. Man darf nie vergessen, dass die erfolgreichen Kauftageszeitungen, zu denen ich unsere „Kleine Zeitung" und auch die „Tiroler Tageszeitung" rechne, zu den hoch profitablen Tageszeitungen gehören. Die Cash Cows in unseren Verlagen sind schon noch die Tageszeitungen.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2009 in der Rubrik „Medien“ auf Seite 50 bis 50 Autor/en: Interview: Engelbert Washietl. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

;