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Vom Ehrgeiz ins Internet getrieben - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2009 » Ausgabe 02+03/2009 »

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Vom Ehrgeiz ins Internet getrieben

Fast täglich erweitert er sein Internet-Magazin mit neuen Berichten über Kriminalfälle, Gerichtsverfahren und Justizprobleme. Er schreibt über einen Räuber, der seit 31 Jahren im Gefängnis sitzt, über das kommende Ende eines Nobelbordells, über den Polizeiball oder über Initiativen benachteiligter Scheidungs-Väter und er legt sich mit Anwälten, Richtern und Gutachtern an: So bunt wie das Leben ist auch die Internetseite von Marcus J. Oswald, 38, die es mit Unterbrechungen nun seit fünf Jahren gibt. „Ich bin vom Ehrgeiz getrieben", nennt Oswald sein Motiv, quasi im Alleingang die Webseite (Titel: „Blaulicht und Graulicht") zu machen.

Stolz meldete er jetzt auf seiner Seite, dass die Zahl der Besuche von Dezember bis Jänner um 60 Prozent gestiegen ist. Mehr als 20.000 Mal wird seine Seite monatlich gelesen, häufig auch von Journalisten, die sich hier „Futter" holen, wie es Oswald nennt. Über den aufsehenerregenden Vierfach-Mord in Niederösterreich etwa hat er ausführlicher als andere Medien berichtet, die Anklage vollinhaltlich veröffentlicht und mit Kritik an den Anwälten des Mörders nicht gespart. Als diese jedoch statt des erwarteten „Lebenslänglich" eine Verurteilung zu „nur" 20 Jahren erreichten, wertete er das objektiv als „Meisterleistung" der Advokaten.

Freie Journalisten verdienen meist nicht sehr viel. Oswald: „Es gibt ein halbes Dutzend Unterstützer der Seite, die österreichweit verstreut sind und sich mit der Seite identifizieren, sie haben mir Geld überwiesen." Darüber hinaus bearbeitet er große Fälle gegen Honorar – er schreibt jedoch nicht aus „Gefälligkeit", wie er betont. Offenkundig lebt er bescheiden: „Ich gebe genau 600 Euro im Monat aus."

Der in Wels geborene Oswald lebt jetzt in Wien – und wie? „Ich lebe zwischen 4.500 Büchern, 3.000 Videokassetten, 7.000 Zeitschriften, und 60.000 Zeitungsausschnitten. Ich lebe zwischen Zeitungen, schlafe neben Zeitungen ein und wache neben Zeitungen auf." Für viele Journalisten aber auch für andere am Kriminal- und Justizgeschehen interessierte Personen ist das Archiv von Oswalds Internet-Magazin eine richtige Fundgrube. Derzeit sind 403 Beiträge und 736 Fotos abgelegt.

Zufrieden kann er sein, dass er trotz der Berichterstattung über heikle Themen bisher von Klagen verschont geblieben ist. Bestraft wurde er einmal auf Grund einer Anzeige wegen „Impressums-Verstoß" – er hatte seine Privatadresse nicht veröffentlicht. Verständlich, wenn man unter den von ihm erwähnten Personen auch solche findet, denen man im Dunkeln nicht gerne allein begegnen würde…

Erschienen in Ausgabe 02+03/2009 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 17 bis 17. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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