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Special Sport

Wenn Knallkörper und Flaschen fliegen

Eigentlich hätte bei einer Pressekonferenz von Sponsor „tipp3" bei der Herbst-Tagung von Sports Media Austria eine erste Bilanz der neuen Fußball-Bundesliga im Mittelpunkt stehen sollen – aber die anwesenden Kollegen nützten die Chance zu einem Generalangriff. Schließlich seien die Arbeitsbedingungen für Kameraleute, Fotografen und die schreibende Presse in den meisten Stadien schlecht bis abenteuerlich.

Sie erinnern sich vielleicht noch an das Wiener Derby Rapid gegen Austria im August 2008, als Rapid-Torhüter Georg Koch von einem Knallkörper am Ohr getroffen wurde. Monatelang hatte der Deutsche Gleichgewichtsstörungen, erst jetzt scheint er langsam zur Normalität zurückzukehren. Bei diesem Spiel wurde aber auch ein TV-Kameramann getroffen – und wenn Knallkörper und Flaschen fliegen, sind die Fotografen diesen Wurfgeschossen direkt ausgesetzt. „Wer ersetzt mir Schäden an der Kamera?", fragen die Fotografen. Auch für die schreibende Presse gibt es fast überall Probleme. Etwa keine Abtrennung von Zuschauern. Nicht erst einmal schon flogen Bierbecher, Feuerzeuge und dergleichen auf die Pressetribüne. Muss das sein?

Natürlich nicht! Deshalb haben die Bundesliga und „tipp3" Verbesserungen versprochen. In Klagenfurt etwa hat man schon eine Trennwand eingebaut, auch alle anderen Stadien sind inspiziert worden, „tipp3" will notwendige Baumaßnahmen finanziell unterstützen. Sports Media Austria setzt sich vehement für Arbeitsbedingungen ein, wie sie in anderen Ländern gang und gäbe sind. Dort wird aber meist auch besser Fußball gespielt. Oder ist Chaos in Österreichs Stadien ein Spiegelbild der aktuellen Leistungen unserer Kicker?

Erschienen in Ausgabe 02+03/2009 in der Rubrik „Special Sport“ auf Seite 54 bis 54. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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