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Wer ist der Erste-Bank-Mann? - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2009 » Ausgabe 02+03/2009 »

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Wer ist der Erste-Bank-Mann?

Von Astrid Kuffner

80 Prozent der Österreicher kennen ihn. Er genießt eine ebenso hohe Bekanntheit, wie der „Sparefroh". Das Maskottchen, das in der Zentralsparkasse erfunden wurde und jetzt der Erste Bank und den Sparkassen gehört, ist allerdings ein halbes Jahrhundert alt. Die Erste Bank wird seit vier Jahren von einem so genannten Testimonial verkörpert: „Sowohl Promis als auch künstlich geschaffene Personen können eine Marke repräsentieren", erklärt Mario Stadler, seit 2007 Marketingchef der Erste Bank Österreich. Bereits seit sechs Jahren werkt er in der Werbeabteilung des Unternehmens und war 2005 auch an der Entwicklung des „Presenter-Werbekonzeptes" beteiligt.

„Unsere Positionierung ist, die Bank mit der besten Kundenbeziehung zu sein. Darum tritt in der Werbung der ideale Kundenbetreuer auf, die personifizierte Bank", erklärt Stadler die Strategie. Hunderte Menschen in Europa und den USA wurden für diese verantwortungsvolle Rolle gesichtet. „Der Aufwand ist durchaus üblich. Es darf kein 0815-Typ sein, den man sofort wieder vergisst", bestätigt der Marketingchef. Beurteilt wurden beim Casting Alter, Auftreten, Wirkung und Schauspiel.

2005 tauchte der brandneue Erste-Bank-Mann plötzlich neben potenziellen Kunden auf und hielt ihnen – im Einklang mit der Teaser-Kampagne – eine himmelblaue „Anti-Vergessens-Pille" unter die Nase. „Das Konzept war schräg", gesteht Stadler, „aber der Impact war sofort hoch". Seither wurde das Konzept ständig weiterentwickelt. Wie bei Fußball oder Wetter redet auch bei Werbung jeder mit. „Egal welche Person man auswählt, sie polarisiert. Auch mit Hermann Maier erreicht man nicht 100 Prozent Sympathie", sagt Mario Stadler, der seine Wahl nicht bereut.

Seit 2001 testet die Erste Bank, wie ihre Werbung in der Bevölkerung ankommt. Quartalweise werden 1.000 Menschen – eine repräsentative Stichprobe – zu Bankenwerbungen befragt. „Heute ist es so: Wenn man den Spot kennt, ordnet man ihn uns auch zu 95 Prozent zu. Seit wir dieses Presenter-Konzept einsetzen, schneiden wir besser ab als die Konkurrenz", freut sich der Marketingleiter. Die Österreicher und Österreicherinnen urteilten zuletzt so: 50 Prozent finden den Presenter sehr hilfsbereit, 41 Prozent sehr sympathisch, 32 Prozent sehr seriös, 34 Prozent charmant. 13 Prozent beurteilen ihn als farblos, nur je fünf Prozent als aufdringlich oder arrogant. Nach der ersten Werbewelle wurde die Rolle nachjustiert. Der Erste-Bank-Mann kommt immer noch aus dem Nichts, aber nicht belehrend. Er ist kein Mann der Worte, sondern unterstützt mit Taten.

In den CEE-Ländern wird die Werbelinie nicht eingesetzt. In Rumänien und Kroatien gibt es ein ähnliches Konzept. Dort ist der Anzugträger aber dunkelhaarig. Für Jugendliche und Studierende gibt es sowieso eine eigene Werbelinie. Eine Frau als Testimonial wurde lange diskutiert, mit dem endgültigen Urteil: Die Zeit ist noch nicht reif. Dafür sorgen Männer in den Spots oft genug für Lacher. Der Scheidungsfilm 2007 war für Mario Stadler eine Gratwanderung: „Es ist ein heikles Thema, aber eine reales Problem." Der Kundenbetreuer bleibt stets salomonisch: Er hat der Ehefrau geholfen selbständig zu sein, gibt aber auch dem Ehemann seine Visitenkarte. Seit kurzem prangt der Erste-Bank-Mann – neben Josef Hader und der Werbe-Familie Putz – auf den Plakaten der Kindernothilfe.

Erschienen in Ausgabe 02+03/2009 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 10 bis 10 Autor/en: Astrid Kuffner. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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