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Medien

„Weder halal noch haram“

Wie man den Kairoer Sommer und die ägyptische Bürokratie letztlich doch überlebt, darüber gibt der Autor in bunten Episodenschilderungen Auskunft. Es ist ein praktisches Buch, das darauf hinausläuft, sich so an das Leben anzupassen, wie es alle Araber machen.

Dabei kommen diese nicht einmal mit dem islamischen Recht in Konflikt, das eine Nische für alles bereit hält, was „weder halal noch haram" ist – weder erlaubt noch ausdrücklich verboten. Aber dieser Pfad ist schmal, Unkundige sollten ihn meiden.

Offenbar hat sich Karim El-Gawhary in seinen tagebuchartigen Aufzeichnungen frei geschrieben, denn in seinem harten Korrespondentenberuf geht es nicht so einfach dahin. „Erklären Sie uns den Nahen Osten in 40 Sekunden", verlangt die europäische Fernsehstation von ihm für eine Live-Schaltung, und die Zeitungsredaktion will „80 Zeilen zum Thema Islam". Der Korrespondent muss da durch. „Kann ich eigentlich nicht", will er bei solchen Anfragen immer antworten, aber wetten: Die 80 Zeilen liefert er doch.

Und so findet man immer wieder einen Weg, und wenn gar nichts mehr hilft, dann rettet eine der vielen arabischen Lebensweisheiten. Etwa im Koran: „Esst von den köstlichen Dingen dessen, was Wir euch beschert haben, aber zeigt nicht darin ein Übermaß an Frevel." Auch so: „Zu viel ist nicht genug" ist eine davon, was immer sie bedeutet. Engelbert Washietl

Erschienen in Ausgabe 02+03/2009 in der Rubrik „Medien“ auf Seite 68 bis 69. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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