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Titel

Fallen die Mauern in den Ressorts, Herr Kotanko?

Fallen im Zuge der Neuerungen die Mauern zwischen den klassischen Ressorts auch beim „Kurier"?

Christoph Kotanko: Ressorts sind keine Schrebergärten mit hohen Zäunen, sondern Kompetenzzentren für bestimmte Inhalte. Daher bin ich grundsätzlich für die Beibehaltung einer bestimmten Struktur. Ein Austausch muss jedoch möglich sein, im Interesse der Journalisten und des gesamten Unternehmens. Die Zusammenlegung aller Fachbereiche in einem riesigen Newsroom ist im „Kurier" nicht beabsich- tigt, weil das kein Fortschritt wäre.

Der „Sonntag-Kurier" schnitt laut ÖAK im zweiten Halbjahr 2008 besser ab als im ersten. Stimmt die vom Moser Holding-Vorstand Hermann Petz und „Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker vertretene These, dass der Sonntag etwas ganz Wichtiges geworden ist?

Sollten Petz und Fleischhacker diese These vertreten, so irren sie sich. Der Sonntag ist nicht „etwas ganz Wichtiges geworden". Der Sonntag ist seit Jahr und Tag wichtig – daher sind „Krone", „Kurier" und „Kleine Zeitung" seit vielen Jahren erfolgreich auf dem Sonntagsmarkt unterwegs. Man erreicht mehr Leserinnen und Leser, die entspannter Zeitung lesen.

Die Zeitung „Österreich" ist aus „Kurier"- Perspektive gar nicht mehr erwähnenswert?

Die Zeitung, die sich „Österreich" nennt, ist nicht der Bezugspunkt unserer Diskussionen. Auch die Leserinnen und Leser des „Kurier" messen uns nicht an diesem Produkt.

Haben die Medien die Weltwirtschaftskrise zwar nicht herbeigeschrieben, aber unnötiger Weise verstärkt?

Nein, die Medien haben die Weltwirtschaftskrise nicht in unnötiger Weise verstärkt. Das ist das alte Problem mit dem Überbringer der schlechten Nachricht, der wegen der Nachricht attackiert wird. Die meisten Medien haben sich maßvoll und verantwortungsbewusst verhalten.

Inzwischen ist die Krise in der Krise, denn die Nachrichten über irrwitzige Milliardenverluste regen kaum mehr auf, niemand kann sich diese Beträge vorstellen.

Erschienen in Ausgabe 04+05/2009 in der Rubrik „Titel“ auf Seite 40 bis 41. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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