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PR

Kommunizieren in der Krise

Von Umfrage Olga Dabrowski

Gerhard Kürner

Voestalpine

In Zeiten großer Unsicherheit ist insbesondere mit den Mitarbeitern eine transparente, glaubhafte und regelmäß- ige Kommunikation entscheidend. Aus Sicht der Voestalpine ist es gerade in Krisenzeiten wichtig, die Mitarbeiter aktiv einzubinden, um die notwendigen Maßnahmen zu erklären. Nur so lässt sich eine Bereitschaft erzeugen, auch schwierige Entscheidungen und schmerzhafte Einschnitte mitzutragen. Kunden, Investoren und die Öffentlichkeit werden aber ebenso zeitnah über Entscheidungen, Maßnahmen und deren Gründe informiert, um insbesondere der Gerüchtebildung vorzubeugen. Wir glauben, dass aktive Kommunikation schlussendlich das Vertrauen in die Voestalpine Gruppe stärkt. Wesentlichste Maßnahme bleibt jedoch die Kommunikation nach innen, die über alle Kanäle massiv verstärkt wurde.

Astrid Kühn-Ulrich

Zumtobel

Wir kommunizieren in der Krise genauso wie vor der Krise, regelmäßig, transparent und sachlich. Als börsennotiertes Unternehmen berichten wir sowieso quartalsweise über die Geschäftsentwicklung. In der Krise nutzen wir die Quartalsberichterstattung auch, um zu informieren, in welchem Maße uns die Krise trifft und welche Gegenmaßnahmen wir ergreifen. Natürlich gibt es in dieser Situation vermehrt Presseanfragen, die wir sachlich und umfassend beantworten. Besonders wichtig in dieser Zeit ist die interne Kommunikation mit den Mitarbeitern. Hier geht es darum, die Situation und die einzelnen Maßnahmen verständlich zu erläutern – aber auch darum aufzuzeigen, wie wir in der Krise Chancen nutzen können. Die Hauptaufgabe der Kommunikation in der Krise ist, Vertrauen zu schaffen.

Andrea Fleischhacker

ING-DiBa Direktbank Austria

Erfolgreiche Kommunikation in der Krise funktioniert nicht anders als in normalen Zeiten. Die Ansprechpartner müssen jederzeit die Möglichkeit haben, sich über Unternehmen, Management und Geschäftsphilosophie durch profunde, rasche und korrekte Informationen ein Bild zu machen, nachzufragen und damit zu verstehen, worum es geht. Das heißt für uns in der PR durchdacht, schnell, professionell und verlässlich zu arbeiten – sowohl in der internen wie in der externen Kommunikation. Und das gilt für ruhige wie turbulente Zeiten.

Martin Halama

Unicredit Group

Jede Krise entwickelt ihre eigene, im Regelfall nicht zu steuernde Dynamik. Damit einher geht das Gefühl von Kontrollverlust und weitgehender Fremdsteuerung. Die Kommunikation gerät in die Defensive, und wer sich dann „hinten hineinstellt und mauert", um es im Fußballerjargon zu sagen, hat schon verloren. D.h. „wieder ins Spiel zu kommen" und selbst Akzente zu setzen, ist unabdingbar. Dafür braucht es Glaubwürdigkeit, Transparenz, Antizipationsfähigkeit, Schnelligkeit und einen kühlen Kopf – Kardinaltugenden guter Kommunikation – noch mehr als sonst. Denn der Weg aus der Krise führt durch die Krise und nicht außen herum – nur wer das akzeptiert, für den kann die Krise zur viel zitierten Chance werden.

Marc Zimmermann

Österreichische Post AG

Vorbereitet, ehrlich, strukturiert und regelmäßig. Krisenmanagement setzt strategisches und aktives Handeln voraus. Damit einhergehen und unbedingt erforderlich sind funktionierende Kommunikationsstrukturen während und nach der Krisensituation. Der größte Unterschied zu Alltagskommunikation ist die klare Notwendigkeit, in eine für alle Beteiligten sichtbare pro-aktive Kommunikation zu wechseln. Vor, während und nach der Krise sollen sämtliche Maßnahmen dazu dienen, Unsicherheit zu reduzieren und das Geschehene bestmöglich zu verstehen und zu plausibilisieren. Dabei spielt der Faktor Zeit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das Thema selbst in die Hand zu nehmen und es voranzutreiben, wirkt gegen Gerüchte und hilft den Informationsdruck der Medien und damit Öffentlichkeit zu befriedigen. Unumgänglich sind regelmäßige Informationen an die Öffentlichkeit und klar dokumentierte Entscheidungen, die im Falle der rechtlichen Rekonstruktion der Krise aber auch der Evaluierung der Krisenabwicklung notwendig sind. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, mögliche Krisen zu akzeptieren und bevor sie auftreten können, sie durch Proben zu bewältigen.

Erschienen in Ausgabe 04+05/2009 in der Rubrik „PR“ auf Seite 48 bis 49 Autor/en: Umfrage Olga Dabrowski. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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