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„Krone“ gegen „Österreich“ - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

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„Krone“ gegen „Österreich“

Die „Kronen Zeitung" und „Österreich" stehen in einem harten Konkurrenzkampf. Gerichte müssen oft eingreifen, um festzustellen, ob alles fair zugeht. Die Anwälte der Zweikämpfer verdienen sich da die Butter auf ihr tägliches Brot.

Einer der letzten Anlässe der Auseinandersetzung: Fotos des schwer verletzten Skirennläufers Matthias Lanzinger, die das Fellner-Blatt im März des Vorjahrs leicht verändert auf der Titelseite veröffentlichte und damit die „Krone" verärgerte.

Dazu muss man wissen, dass die meisten Sportler fast aller Disziplinen als wandelnde Werbeflächen agieren. Ein Sponsor zahlt, und der Athlet zeigt auf seiner Kleidung das Emblem des Mäzens. Der Skifahrer Lanzinger etwa hat bei allen öffentlichen Auftritten – also nicht nur während des Wettkampfs – das Logo der „Kronen Zeitung" zu präsentieren. Das Blatt zahlt dafür viel Geld und ist daher interessiert daran, dass das Emblem gut sichtbar bleibt, auch auf Fotos des Sportlers.

Als Lanzinger im Krankenhaus Salzburg seine erste Pressekonferenz nach der Unterschenkelamputation gab, trug er daher brav eine Aufschrift der „Kronen Zeitung" auf seinem Pullover. „Österreich" veröffentlichte ein Foto des Patienten auf der Titelseite – allerdings ohne dem Emblem der Konkurrenzzeitung. Es wurde wegretuschiert.

Die „Kronen Zeitung" wertete das nicht als Lausbubenstreich sondern rief die Justiz zu Hilfe. Das Handelsgericht verurteilte die Retusche als „unlautere Geschäftspraktik" und untersagte im Mai 2008 mit einer einstweiligen Verfügung ähnliche Veröffentlichungen. Die zweite Instanz, das Oberlandesgericht, hob diese Entscheidung im Juli 2008 auf, weshalb sich das düpierte Dichand-Blatt an den Obersten Gerichtshof wandte, der im November entschied, dass die einstweilige Verfügung gelte und „Österreich" nicht berechtigt sei, ein Werbelogo der Konkurrenz aus einem Foto ganz einfach wegzuzaubern.

Man darf annehmen, dass damit die Fehde auf dem Boulevard nicht beendet ist und die nächste Auseinandersetzung wieder zu Gericht führen wird.

Erschienen in Ausgabe 04+05/2009 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 14 bis 14. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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