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Liebling des Monats: ORF-Redaktion „Am Schauplatz“ - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

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Liebling des Monats: ORF-Redaktion „Am Schauplatz“

Warum wir sie lieben?

Weil die Redakteure und Überchefs der Reportagesendung „Am Schauplatz“ es geschafft haben, die Skinheads-Affäre durch Sichtverengung auf ein einziges Detail vom Tisch zu wischen: Die Glatzköpfe haben offenbar nicht „Sieg Heil“ gerufen – weder gratis noch gegen Honorar.

Warum wir ihr vertrauen?

Weil man sich den Werdegang einer TV-Reportage bei einem öffentlich-rechtlichen Unternehmen genau so vorstellt, wie sie durchgeführt wurde: Man schleppt die Skinheads im Auto dorthin, wo sie nach Ansicht der Redakteure am besten zu ihrer Lebensweise passen, und filmt sie. So gesehen war die FPÖ-Veranstaltung keine schlechte Wahl.

Was wir noch gern erlebt hätten?

Man hätte die zwei menschlichen Sozialfälle, um einen Kontrast herauszuarbeiten, auch in den Stephansdom oder ins Belvedere führen können, um dort mit laufender Kamera zu warten, ob etwas passiert, was in solchen Räumen üblicherweise nicht vorkommt.

Worüber wir mehr wissen möchten?

Ob wir künftig bei jeder TV-Reportage nachfragen müssen, ob das ORF-Team die handelnden Personen bloß filmte, weil sie am Ort waren, oder ob diese Personen von der Regie eingesammelt und an den Ort gebracht wurden, um dort gefilmt zu werden. Irgendwie ist dabei ja doch sogar in der Welt erzeugter Wirklichkeiten ein gewisser Unterschied.

Was wir über den ORF-„Schauplatz“ schreiben möchten?

Dass in einer ORF-internen Konferenz wenigstens ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin darauf aufmerksam gemacht hätte, dass es bei der ganzen Affäre nicht um FP-Chef H.C. Strache und auch nicht um die Pressefreiheit geht und schon gar nicht darum, dass ORF-Feinde einen Feldzug Richtung Küniglberg gestartet haben. Sondern bloß darum, dass das zahlende Publikum des ORF dankenswerterweise so verwöhnt ist, dass es seriöse journalistische Arbeit erwartet, die als solche auch für Laien erkennbar ist.

Erschienen in Ausgabe 04+05/2010 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 15 bis 15. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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