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Redaktions-Konferenz 2.0 - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

ARCHIV » 2010 » Ausgabe 04+05/2010 »

Praxis

Redaktions-Konferenz 2.0

Virtuelle Konferenzen sind inzwischen über das Internet günstig und einfach zu haben. Mittels Desktop-Sharing können heute Teilnehmer auch gemeinsam an Dokumenten arbeiten.

Wer jemals telefonisch zu einer Redaktionskonferenz dazugeschaltet war, der weiß, wie mühsam das sein kann. Am wichtigsten ist es, dass man am Anfang sagt, dass man da ist und zuhört. Aktives Einschalten in Diskussionen ist dann meist nicht mehr so einfach. Noch schwieriger ist es, kleine Meetings oder Ideenrunden nur über das Telefon abzuhalten. Dabei kann der Austausch und die Abstimmung von Informationen im Team längst durch virtuelle Redaktionskonferenzen organisiert werden. Ein großer technischer Aufwand für die Durchführung einer Online-Redaktionskonferenz ist dabei nicht mehr nötig. Bereits mit einfachen Internet-Diensten aus dem Bereich Webkonferenz- und Webinar-Technik lassen sich Besprechungen mit mehreren Teilnehmern auch für ein geringes Budget abhalten.

Meeting-Room. Für die virtuelle Redaktionskonferenz treffen sich alle Teilnehmer online in einem Meeting-Raum, der über folgende Grundfunktionen verfügen sollte: Eine Moderationsoberfläche mit der Darstellung von Dokumenten wie PDF oder PowerPoint. Ebenfalls möglich sollte der Abruf von Websites sein, die live von allen Teilnehmern betrachtet werden können. Eine Whiteboard-Funktion dokumentiert bei Diskussionen die Visualisierung von Punkten und Themen. Weitergehende Funktionen wie interaktive Abstimmungen oder Brainstorming-Tools sollten nach einer Gewöhnungsphase als Zusätze überlegt werden. Für den Einstieg sollte eine schrittweise Vorgehensweise gewählt werden, die mit technischen Spielereien zurückhaltend umgeht. Vermeiden sollten Anfänger auch die Installation von Zusatzsoftware. Ein überwiegender Teil der Anbieter setzt mittlerweile auf Flash-Plug-ins, die über die gängigen Browser bereits auf Arbeitsplätzen installiert sind.

Die Teilnehmer sind online im Konferenzraum anwesend und können per Audioschaltung oder per Text-Chat den Austausch pflegen. Für den Dialog kann bei einer Konferenz komplett auf Internet gesetzt werden. In diesem Falle sind alle Teilnehmer und der Moderator per Webcam oder per Audiostream geschaltet. Hier sollte ebenfalls in puncto Hardware zurückhaltend bei Anschaffungen vorgegangen werden. Alternativ bietet sich für die Audioübertragung eine klassische Telefonkonferenz an, bei der das Telefon das notwendige Mikrofon oder Headset am PC ersetzt.

Für die praktische Umsetzung empfiehlt sich mieten statt kaufen. Verschiedenste Anbieter aus dem Telekommunikationssektor (Vodafone, Telekom) bieten virtuelle Räume zur Miete an. Diese können monatlich oder zu festen Zeiten gebucht werden. Nicht ratsam ist bei einem Einstieg in die neue Form des Dialogs eine jährliche Vertragsbindung.

Web-Seminare. Einen einfachen und sehr kostengünstigen Start liefert das Webinar-System Dimdim aus den USA. Die Webkonferenz-Technik von Dimdim bietet virtuelle Konferenzräume in einer 30-Tage-Testphase mit bis zu 50 Teilnehmern an. Nach Ablauf der Testphase können weiterhin Konferenzen mit bis zu 20 Teilnehmern kostenfrei abgehalten werden. Dimdim bietet alle Grundfunktionen für die Präsentation von einem Whiteboard, Darstellung von Dokumenten und den Abruf von Websites in der Konferenz. Die Anbindung per Webcam oder nur Mikrofon ist frei wählbar und der Wechsel der Moderations-Rolle kann ebenfalls online live geschaltet werden. Die kostenfreie Variante von Dimdim stellt drei Mikrofone zur Verfügung, die ein Moderator Teilnehmern zur Verfügung stellen kann, sodass diese Fragen stellen oder kommentieren können. Zusätzlich gibt es noch eine gleichzeitige Chat-Funktion und die Möglichkeit für vertrauliche Mitteilungen und Kommunikation mit dem Konferenzleiter. Reichen die 20 Plätze nicht aus, kann pro Monat für knapp 30 Dollar ein Raum gemietet werden. Eine Jahrespauschale ist noch günstiger.

Für alle Beteiligten ist eine Online-Konferenz etwas völlig Neues. Das klassische Treffen und den Austausch kann die Technik längst nicht ersetzen, als Ergänzung ist sie aber sicher einen Test wert. Interaktive Prozesse, Team-Koordination, gemeinsam erstellte Dokumente lassen sich orts- und zeitunabhängig abstimmen. Neues Wissen kann schneller und effektiver geteilt werden. Zahl-reiche kostenfreie Webinare im Internet bieten neben der Weiterbildungsmöglichkeit auch das Kennenlernen einer Online-Konferenz in Ablauf und Umsetzung.

Eigentlich haben die Webkonferenzen nur einen Nachteil: Dösen ist nicht mehr möglich, wenn eine Webcam auf das eigene Gesicht gerichtet und ein Vorschlag gefragt ist.

Erschienen in Ausgabe 04+05/2010 in der Rubrik „Praxis“ auf Seite 114 bis 117. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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