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Wie teuer sind Töchter in der Bundeshymne?

Rund 1 Million Euro aus dem Steuertopf lässt Unterrichtsministerin Claudia Schmied für die Propagierung eines neuen Textes der Bundeshymne springen. Dieser Betrag wurde bisher (und wird noch bis Jahresende) je zur Hälfte für TV-Spots und für Zeitungsinserate ausgegeben. Damit wir ja alle wissen, dass Österreich nicht nur die Heimat großer Söhne, sondern auch großer Töchter ist.

Die Kosten erfuhr die Öffentlichkeit jetzt durch die Beantwortung parlamentarischer Anfragen, die von FPÖ- und BZÖ-Mandataren gestellt worden sind.

Seit Jänner wird ja über die von Christina Stürmer gesungene neue Hymne diskutiert und gewitzelt. Seltsamerweise segelt die Umdichtung unter dem Motto „Bildungsreform“.

Beworben wird die Söhne-Töchter-Variante durch 41 TV-Werbespots im ORF und rund 200 Spots in SAT 1, Pro 7, ATV und anderen privaten Sendern. Die Produktion der Filmchen kostete 167.000 Euro.

Die Inserate in den heimischen Blättern kosteten rund 446.000 Euro (davon erschien ein Inserat im Februar-Heft des „Österreichischen Journalisten“ um 3.200 Euro). Die Bebilderung der Anzeigen wurde um 49.000 Euro hergestellt.

Einig sind sich die Kritiker in einem Punkt: Der neue Text reimt sich nicht und klingt holprig. Daran ändert auch die Millionen-Werbung nichts.

Erschienen in Ausgabe 04+05/2010 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 21 bis 21. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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