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Gipfeltreffen der Zeitungsmacher

Rund 600 Chefredakteure und Medienmacher kamen Ende April zum European Newspaper Congress – veranstaltet vom Medienfachverlag Oberauer, in dem der „Journalist“ erscheint, und Japan Tobacco International – nach Wien. Nach einem Heurigenabend startete der Kongress mit dem Publishers Forum und der Frage „Wie bleibt Journalismus finanzierbar?“. „Wir wollen auf Paid Content als wichtige Säule der Finanzierung von Qualitätsjournalismus nicht verzichten“, sagte dabei Romanus Otte, General Manager der Welt-Gruppe. Dass sich die Medien in einer mit Risiken verbundenen Übergangszeit befänden, sei völlig normal. Es gäbe keinen Grund, die an „Auto-Aggressivität grenzende Haltung“ mancher Medienmacher fortzusetzen.

Im Anschluss daran stellten ausgezeichnete Zeitungsmacher ihre Konzepte für die Zukunft von Print vor. Der Chefredakteur der „Stuttgarter Zeitung“, Joachim Dorfs, beispielsweise erklärte das Experiment seines Blattes, eine Regionalzeitung mit überregionalem Qualitätsanspruch zu sein. Einen Überblick über die europäische Zeitungslandschaft gab der deutsche Zeitungsdesigner und Mitveranstalter Norbert Küpper. Ergebnis: Trotz eines allgemeinen und – wie britische Beispiele zeigen – manchmal geradezu dramatischen Einbruchs der Auflagenzahlen haben einige Verlage großartige Erfolge vorzuweisen, zum Beispiel „Die Zeit“ in Deutschland. Reformbestrebungen im Sinne der Hinwendung zu den Lesern sind europaweit festzustellen.

Im Editors Forum am dritten Tag fragten führende Journalisten: „Ist journalistische Arbeit im klassischen Sinn – nämlich als unerlässliche Dienstleistung für die aufgeklärte, demokratische Gesellschaft – überhaupt noch möglich?“ Die Runde endete äußerst skeptisch, auch mit den Worten des Diskussionsleiters Michael Fleischhacker, des Chefredakteurs der „Presse“: „Wir scheinen uns einig zu sein, dass die Hauptbedrohung für den Journalismus ökonomischer Natur ist. Der unentbehrliche Freiraum für den qualitativ hochwertigen Journalismus wird unablässig enger.“ Und zuvor schon: „Wir haben den Verdacht, dass die Verleger die Redaktionen mehr auspressen, als es notwendig wäre.“

Erschienen in Ausgabe 06+07/2010 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 32 bis 33. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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