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Praxis

Zehn Argumente

für Printmagazine und was von ihnen übrig bleibt.

Weil man ihnen vertraut:

Ein Punkt für Print – der Leser vertraut starken Realweltmarken mehr als virtuellen. Wie lange noch?

Weil Magazine klug machen:

Überraschendes Unentschieden zwischen Print und Online – Wissenserwerb funktioniert über den Screen genauso gut wie über Papiermedien. Sagt die Lernforschung.

Weil sie cool machen:

Gerade-noch-Punkt für trendige Printmagazine – Statussymbole will man physisch herzeigen. Doch virtuelle Magazinmarken mit Imagecharakter holen auf (z. B. Politico, die derzeit meistgelesene politische Website der USA).

Weil sie Flügel verleihen:

Klarer Punkt für Print – Hochglanz ist der bessere Kreativitäts-, Inspirations- und Impulsgeber. Jedenfalls für die Generationen, die damit aufgewachsen sind.

Weil sie Stil haben:

Noch ein Punkt für Layout und Aufmachung – zu schön zum Wegwerfen.

Weil sie Kohle bringen:

Klar, Print bringt mehr Umsatz als Online. Aber warum sollten Leser für etwas bezahlen, das im Internet nichts kostet? Warum sollten Werbekunden inserieren, wenn die Leser wegbrechen? Möglicher Denkansatz: Weil Print mehr Nutzen generiert als „nur“ Image.

Weil sie so schöne Bilder haben:

Wie oben: Für Fotografie zum Aufheben ist Print ein Überlebenskonzept. Für flüchtige Bilder weniger.

Weil man weiß, wer sie liest:

Zukunftspunkt für Online – die alten Zielgruppendefinitionen (Alter, Geschlecht, Schicht) sind überholt. Google kann es besser.

Weil sie der Demokratie guttun:

Kritische Journalisten, die den Mächtigen auf die Finger schauen – längst auch im Web.

Weil man etwas in der Hand hat:

Ansichtssache: Auch ein iPad hat etwas Haptisches.

Die meisten Argumente lassen sich auch für Tageszeitungen adaptieren. Diese waren nicht Gegenstand der Arbeit.

aus: Master-Piece im Lehrgang Qualitätsjournalismus an der Donau-Universität Krems, geschrieben im Februar 2010.

Erschienen in Ausgabe 10+11/2010 in der Rubrik „Praxis“ auf Seite 98 bis 99. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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