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Praxis

Fusion der Modemagazine: Gemeinsam statt gegeneinander

Paris. Immer nach der Sommerpause werden in Frankreich neue Zeitschriften lanciert. Doch diesmal ist keine Neuerscheinung, sondern eine Fusion das mediale Highlight. Die beiden wöchentlichen Frauenzeitschriften „Be“ vom Verlag Lagardère Active und „Envy“ von der Gruppe Marie Claire fusionierten im Oktober unter dem Titel „Be“ zu einem Heft. Die beiden Blätter wurden im Abstand von nur einem Monat im Frühjahr 2010 auf den Markt geworfen und bieten mit den Schwerpunkten Mode und People einen nahezu identischen Inhalt. Beide hatten das Ziel, dem Mondadori-Blatt „Grazia“ Paroli zu bieten. Doch die Bilanz nach einem halben Jahr zeigt, dass trotz kostenintensiver Werbe-Aktionen keines der beiden gewinnen konnte. Die Auflagen purzelten, statt „Grazia“ zu überholen, wurde erheblich weniger verkauft als bei der Konkurrenz, die recht stabil bei 180.000 verkauften Exemplaren pro Woche liegt.

Die Entscheidung, die konkurrierenden Blätter in einer neuen Firma zu vereinen, scheint ein aus der Medienkrise geborener Vernunftakt. An der neuen Gesellschaft wird Lagardère 80 Prozent, Marie Claire 20 Prozent halten. 30 der insgesamt 40 Mitarbeiter von „Envy“ mussten gehen. Das zukünftige, erweiterte „Be“ soll zu einem „sehr dynamischen Preis“ angeboten werden, so Lagardère-Präsident Didier Quillot. 10 Millionen Euro sollen allein in 2011 investiert werden, die Gewinnzone in drei Jahren erreicht werden. Die unerwartete Fusion habe laut dem Manager nichts damit zu tun, dass sich der Verlag Lagardère, der 42 Prozent des Firmenkapitals von Marie Claire hält, von dieser Beteiligung trennen will.

www.lagardere.com

Erschienen in Ausgabe 10+11/2010 in der Rubrik „Praxis“ auf Seite 118 bis 118. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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