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Liebling des Monats: Elmar Oberhauser

Warum wir ihn lieben?

Oberhauser hat mit seiner Theatertruppe aus Freunden und Feinden vorgeführt, was in dem Unternehmen steckt. So kreative Wortschöpfungen, zu denen Oberhauser die Stiftungsratsvorsitzende anspornte, wagen wir hier gar nicht zu wiederholen. Sie hätten aber in Sendungen wie „Mitten im 8en“ oder „Chili“ ganz gewiss die Quote gesteigert.

Warum wir ihm vertrauen?

Weil er so knallharte Erklärungen per Mail an die ORF-Mitarbeiter verteilt wie: „Jeder anständige Mensch nimmt in so einer Situation seinen Hut und geht“ – und dann trotzdem in dem Bewusstsein sitzen bleibt, dass er auch abseits der Anständigkeit für das Unternehmen unersetzlich ist. Und weil er den neuen TV-Chefredakteur Fritz Dittlbacher für jedermann erkennbar als journalistischen Parteisoldaten abstempelt, aber hinzufügt: „Es tut mir sehr leid, dass Fritz Dittlbacher hier, ohne sein Zutun, in die Mühlen der Parteipolitik geraten ist.“

Was wir über ihn schreiben möchten?

Was sonst noch alles ohne jemandes Zutun seit dem denkwürdigen 21. Oktober, als Oberhausers Mail bekannt wurde, geschehen ist. Im ORF wimmelt es von Opfern und Tätern, und jeder, der eines davon ist, ist auch das andere. Das gilt selbstverständlich für Oberhauser, wir sind ja fair, und auch gleich für den Generaldirektor. Wie immer die Kurztragödie im Stil Shakespeares ausgeht – wir stehen hinter allen gleichzeitig und werden auch darüber wachen, dass die finanziellen Rahmenbedingungen zwischen den Polen „Diktat“ und „Machtwort“ ordentlich ausgehandelt werden. Sind ja unsere Hörer- und Sehergebühren.

Worüber wir mehr wissen möchten?

Zwei Nebensächlichkeiten: Ob die Parteien nach dem großen Krach am Küniglberg ihre politische Einflussnahme schon gestoppt haben. Und ob Österreichs größtem Informationsunternehmen genügend Energie bleiben wird, auch andere Informationen zu sammeln und zu verbreiten als solche über die Wetterbedingungen im eigenen Haus.

Erschienen in Ausgabe 10+11/2010 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 9 bis 9. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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