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Teures Blau für Milchinserate

2 Knapp 19 Jahre ist es her, dass der Münchner Grafiker Stefan Seilern das Firmensymbol für die Innsbrucker Genossenschaft „Tirol Milch“ entworfen und mit insgesamt 368.000 Schilling honoriert bekommen hat. Stilisierte weiße Berge, darüber eine gelbe Sonne, rundherum ein blauer Himmel und darunter der Firmenname, so sieht das Logo aus, das seit damals insbesondere in Inseraten und auch auf den Milchpackungen verwendet wird. Genau wurde vertraglich fixiert, dass für den Himmel der Farbton Pantone Process Blue gewählt werden müsse.

Zehn Jahre nach dem Start veränderte die Genossenschaft das Markenbild geringfügig und verwendete nunmehr ein dunkleres Blau mit der Farbtonbezeichnung Pantone 293. Und das, ohne den Entwerfer zu fragen.

Seilern sah sein Werk unzumutbar verändert und klagte im Vorjahr wegen dieser Verletzung seines Urheberrechts auf Unterlassung. Den Streitwert bezifferte der Künstler mit 30.000 Euro. Viel Geld für ein anderes Blau.

Das Landesgericht Innsbruck gab dem Kläger recht und verbot das umstrittene Blau im Firmennamen. Erst nach einer Berufung und der Befassung des Obersten Gerichtshofes wurde endgültig und rechtskräftig entschieden, dass es der Milchgenossenschaft freistehe, derart geringfügige Veränderungen des Kunstwerkes vorzunehmen.

Erschienen in Ausgabe 10+11/2010 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 17 bis 17. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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