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Praxis

Arte Norden

Reykjavík. In Eintracht wehen die nordischen Flaggen im kalten Wind vor dem Grand Hotel am Stadtrand von Reykjavík. Es ist Anfang November und Jahrestreffen des Nordischen Rates, zu dem die Regierungschefs und Top-Politiker der nordischen Länder gekommen sind. In 20 Jahren sollte dann vor dem Konferenzlokal nur noch eine Fahne wehen: die des Landes Norden. So stellt es sich jedenfalls der schwedische Historiker Gunnar Wetterberg vor. „Die nordischen Länder haben zusammen 25 Millionen Einwohner und gehören gemessen an der Wirtschaftsleistung zu den zwölf größten der Erde. Wenn sie sich zusammenschließen, sind sie viel wichtiger als einzeln“, sagt er. Zu unrealistisch, winken die meisten ab. Stattdessen wollen Politiker von Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden die Vereinigung medial vorantreiben: Die Kultusminister der nordischen Staaten überlegen, einen pannordischen Kulturfernsehkanal zu entwickeln. Vorbild ist Arte – Arbeitstitel: Arte Norden. Geplant ist sogar, mit dem Sender im Süden zusammenzuarbeiten. Wetterberg rechnet für seinen politischen Plan in Jahrzehnten, der Kulturkanal könnte bereits in drei bis vier Jahren so weit sein, entschieden ist noch nichts. Zwei Künstler sind da schon weiter – die Schwedinnen Ewa Einhorn und Jeuno Kim haben die fiktiven United Nations of Norden bereits im Herbst 2009 präsentiert. Ihre Flagge wäre ein perfektes Logo für den neuen Fernsehkanal. www.norden.org

Erschienen in Ausgabe 12/2011 in der Rubrik „Praxis“ auf Seite 126 bis 126. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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