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ATV will ORF-Bilder aus dem Parlament billiger

Von Elisabeth Horvath

Seit dem Streit um die Kameraposition zwischen ORF und ATV anlässlich der letzten Budgetrede im Hohen Haus drängt der österreichische Privatsender erneut auf eine dauerhafte Lösung, die alle heimischen Fernsehstationen, egal ob privat oder öffentlich-rechtlich, gleichstellt. Immerhin fühlt sich ATV bereits seit zehn Jahren hingehalten. Nach den Vorstellungen von Alexander Millecker, dem Chefredakteur der ATV-Nachrichten, sollte man sich, wie in anderen Staaten auch, für ein Host Broadcasting entscheiden. Das Modell im Detail: Das Parlament bzw. der Bundespressedienst beauftragt ein entsprechendes Unternehmen, TV-Aufnahmen aus Parlamentssitzungen zu produzieren. Auftragnehmer könne auch der „staatliche Rundfunk“ (Millecker) sein. Nur: Im Unterschied zu heute, wo vom Prinzip her lediglich der ORF seine Kameras im Plenumssaal aufstellen darf und für jede Minute Aufnahme satte 750 Euro verlangt (Millecker: „Das übersteigt unsere Möglichkeiten.“), sollte nach dem Host-Prinzip jeder TV-Station das „Signal“ kostenfrei zur Verfügung stehen und jede weitere Einstellung zu einem leistbaren Betrag käuflich erwerbbar sein. Damit würde im Bilderwettbewerb für den ORF das Quasi-Monopol fallen, als einzige TV-Station aus jeder Position im Plenumssaal filmen zu können bzw. diese Aufnahmen dann so teuer zu verkaufen, dass es sich viele Konkurrenten sowieso nicht leisten können. ATV hofft nun, dass Nationalratspräsidentin Barbara Prammer ihr Versprechen sehr bald in die Tat umsetzt und zu einem Runden Tisch einlädt, um dieses Modell oder ähnliche mit dem gleichen Effekt der Gleichstellung zu diskutieren.

Erschienen in Ausgabe 12/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 10 bis 10 Autor/en: Elisabeth Horvath. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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