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Das teure Gesicht des TV-Rätselonkels

3 Es hat zwar länger gedauert, aber jetzt ist es endgültig: der deutsche TV-Moderator Günther Jauch, 54, erhält 20.000 Euro von einer Zeitschrift, die es gewagt hat, ungefragt sein Foto zu veröffentlichen. So entschied nun das Oberlandesgericht Hamburg den seit fast zwei Jahren schwelenden Rechtsstreit. Wir haben über den kuriosen Prozess im Vorjahr („Journalist“ 04-05/2009) berichtet. Das deutsche Magazin „Superillu“ bebilderte ein Kreuzworträtsel mit dem Foto des Quizmasters und schrieb dazu, dass Jauch mit der RTL-Sendung „Wer wird Millionär?“ zeige, wie spannend das Lösen von Rätseln sein kann. Weil er nicht um die Zustimmung zur Veröffentlichung seines Konterfeis ersucht wurde, ging der TV-Mann zu Gericht. Als „fiktive“ Lizenzgebühr verlangte er 100.000 Euro. In erster Instanz wurde die Forderung abgelehnt, der Bundesgerichtshof hob jedoch das Urteil auf und beauftragte das Oberlandesgericht der Hansestadt, die Höhe einer Entschädigung festzusetzen. Der Verlag muss nun 20.000 Euro zahlen. Ein teures Bild also zur Illustration eines Rätsels. Popularität müsse schließlich mehrstellige Zinsen tragen, dürfte sich der Star gedacht haben. Für manche aber wirkt er nun als rechthaberisch und geldgierig.

Erschienen in Ausgabe 12/2011 in der Rubrik „Rubriken“ auf Seite 18 bis 18. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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