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Medien

Die Journalisten des Jahres

Die Auszeichnung geht heuer an die „Salzburger Nachrichten“. Schon die vergangenen Jahre war Andreas Koller immer ganz vorn mit dabei. Die Kategorie Innenpolitik hat er bereits drei Mal gewonnen. Dieses Jahr wieder und dazu auch die Gesamtwertung. „Hochseriös, hochintelligent, außerordentlich sachkundig“, „unbestechlich, verlässlich“, „einer, der selbst noch Kollegen mit detailreichem Faktenwissen überrascht“ – wer sich in der Branche über Andreas Koller erkundigt, hört nur das Beste (siehe Porträt Seite 48).

Die Wahl

Gemeinsam mit den wichtigsten Chefredakteuren des Landes hat der „Journalist“ eine Liste mit den besten Journalistinnen und Journalisten erstellt. Nach dieser Liste hat dann die Jury – bestehend aus Chefredakteuren, Medienjournalisten und den Siegern der vergangenen Jahre (siehe rechts oben) – Noten vergeben. Die Mitglieder der eigenen Redaktionen durften dabei nicht bewertet werden. In den Fällen, wo dies trotzdem „passiert“ ist, wurden die Punkte gelöscht.

Die Sonderpreise für das Lebenswerk, TV und Online und die Auszeichnung zum Lokaljournalisten des Jahres hat die „Journalist“-Redaktion vergeben.

All-Time-High

Vergleicht man die Sieger in den einzelnen Kategorien mit den Vorjahren, so fallen einige Dauersieger auf. Neben Andreas Koller sind dies:

* Frido Hütter („Kleine Zeitung“): Seit Jahren dominiert er die Kultur. Da wird wohl nie jemand rankommen.

* Michael Nikbakhsh („Profil“): Er war vor zwei Jahren bereits Gesamtsieger. Obwohl sein Team nur aus drei festen Journalisten besteht, leistet er Top-Wirtschaftsberichterstattung.

* Florian Klenk („Falter“): Er weiß am besten, wo man Geheimes bekommt, und deckt es nachvollziehbar auf. Seit Jahren belegt er so Platz 1 in der Kategorie Investigation.

* Rainer Nikowitz (APA): Er liefert „Hochform ohne Unterbrechung“ unter den Kolumnisten, oft geistreich, meist unterhaltend.

* Robert Jäger (APA): Er hat in der Kategorie Foto auch bereits eine Dauerkarte auf Platz 1.

In ORF-Domäne eingebrochen

Die Besten in der Außenpolitikberichterstattung kamen in den vergangenen Jahren traditionell vom ORF – wenn auch immer mit wechselnden Erst- bis Drittplatzierten, was auch auf die große Anzahl hervorragender APO-Journalisten im ORF hinweist. In die Phalanx ist heuer Christian Ultsch (2. Platz) von der „Presse“ eingebrochen. Was er sicher nicht nur seinem Interview mit dem türkischen Außenminister zu verdanken hat.

1

Andreas Koller

„Salzburger Nachrichten“

FOTO: Tom Linecker

Stimmen

Seine Kommentare sind eine Klasse für sich. Der Beste. Instanz für qualitativen Journalismus.

Lebenswerk

Alfred Treiber

Ö1

Mister Ö1. Hat in seiner langen Arbeit für den ORF einen der besten – wenn nicht den besten – Radiosender Europas aufgebaut.

Online

Robert Misik,

Andreas Unterberger

Blogger

Liefern Blogkultur in bester Ausprägung von beiden Seiten. Sehen wahrscheinlich ihre Porträtbilder nicht gerne nebeneinander, machen (auch) Politik.

TV

Wolfgang Pütz

Programmdirektor Servus TV

Obwohl Privat-TV, journalistisch gemachtes Programm in bester öffentlich-rechtlicher Manier. Leider noch keine explizite Info-Schiene.

Chefredaktion

1

Hubert Patterer

„Kleine Zeitung“

Jurystimmen: Respekt, wie er der „Krone“ Paroli bietet. Seit Jahren konstante Größe.

2

Manfred Perterer

„Salzburger Nachrichten“

Jurystimmen: Setzt sein Entstaubungsprogramm bei den „SN“ mit großer Konsequenz um. Hochqualitative Zeitung, spielt in der Topliga.

3

Michael Lang

APA

Jurystimmen: Innovativer Agentur-Manager.

4

Michael Fleischhacker

„Presse“

Jurystimmen: Zugkräftige, starke Marke als Leitartikler.

5

Bettina Roither

ORF-Radio (bis August)

Jurystimmen: Ihre Journale sind das Beste, was es in Österreich zu hören gibt.

Wirtschaft

01

Michael Nikbakhsh

„profil“

Jurystimmen: Aufdeckender Wirtschaftsprofi, top informiert, investigativ, unabhängig.

02

Josef Urschitz

„Presse“

Jurystimmen: Außerordentlich breites und tiefes Wissen, stellt Zusammenhänge her, nennt die Ursachen – vor allem, weil er sie als einer von wenigen erläutern kann.

03

Franz Schellhorn

„Presse“

Jurystimmen: Macht auf Fakten aufmerksam, die im unverbindlichen Mainstream der Berichterstattung nicht mehr diskutiert werden. Er will die Leser davor bewahren, hinters Licht geführt zu werden.

Innenpolitik

01

Andreas Koller

„Salzburger Nachrichten“

Jurystimmen: Seine Kommentare sind eine Klasse für sich. Der Beste. Instanz für qualitativen Journalismus.

02

Armin Wolf

ORF

Jurystimmen: Stärkstes Licht im ORF-Tunnel. Ist journalistische Instanz!

03

Herbert Lackner

„Profil“

Jurystimmen: Großartiger Schreiber mit Tonnen an Background. Ein bedeutsames Kontinuum der IPO-Publizistik.

Investigation

01

Florian Klenk

„Falter“

Jurystimmen: Der Worm seiner Generation. Und er schreibt besser.

02

Rainer Fleckl

„Kurier“

Jurystimmen: Fixpunkt unter den Investigativen. Lange schon dem Sport entwachsen.

03

Kurt Kuch

„News“

Jurystimmen: Der Hypo-Enthüller des Jahres 2010.

Kultur

01

Frido Hütter

„Kleine ZEITUNG“

Jurystimmen: Immer wieder etwas Besonderes.

02

Heinz Sichrovsky

„NEws“

Jurystimmen: Da wird selbst Hochkultur massentauglich. Zu wenig kritisch.

03

Barbara Rett

ORF

Jurystimmen: Hält hohen Standard.

Aussenpolitik/EU

01

Raimund Löw

oRF

Jurystimmen: Volle Erfahrung und Kompetenz. Tiefsinnige und spannende Analysen.

02

Christian Ultsch

„Presse“

Jurystimmen: Landete mit seinem Botschafter-Interview den Coup des Jahres.

03

Eugen Freund

ORF

Jurystimmen: Die konstante Kompetenz. Exzellente Kenntnis.

Kolumnisten

01

Rainer Nikowitz

„Profil“

Jurystimmen: Hochform ohne Unterbrechung.

02

Hans Rauscher

„Standard“

Jurystimmen: Seit Langem der wichtigste Einserkastler.

03

Anneliese Rohrer

„Presse“

Jurystimmen: Grande Dame unter den Top-Kommentatoren des Landes.

Unterhaltung

01

Karl Hohenlohe

„Kurier“, ORF

Jurystimmen: Hat ausreichend von jener Klugheit zu bieten, die man eben auch für Unterhaltung benötigt.

02

Senta Ziegler

„NEws“

Jurystimmen: Grande Dame der Society-Berichterstattung.

03

Dominic Heinzl

ORF

Jurystimmen: Hat mit seinem Wechsel zu ORF auch Platz 1 verloren.

Sport

01

Christoph Zöpfl

„Oberösterreichische Nachrichten“

Jurystimmen: Er übt den Beruf des Journalisten so aus, wie es sich für alle gehören sollte: Gerne distanzierter – weg von jeder Form der Verhaberung – als oberstes Credo. Immer sachlich, immer fair.

02

Rainer Pariasek

ORF

Jurystimmen: Souveräne Live-Auftritte. Lockt sogar ab und zu Skifahrern etwas Vernünftiges heraus.

03

Oliver Polzer

ORF

Jurystimmen: Bester Fußball-Kommentator. Vom Talent zur Fixgröße mutiert.

01

Robert Jäger

APA

Jurystimmen: Unerreicht in Österreich. Beste Bilder.

02

Barbara Gindl

APA

Jurystimmen: Ein Gewinn im Westen.

03

Michaela Bruckberger

„Presse“

Jurystimmen: Unverzichtbar für die moderne Gestaltung der „Presse“.

Lokales

Wer ist der „Journalist“-Redaktion 2010 in den Bundesländern aufgefallen?

Vorarlberg

Andreas Dünser

„VN“

Jurystimmen: Seit vielen Jahren „der“ politische Journalist in Vorarlberg. Extrem fair zu allen Lagern, sehr exakt in seiner Arbeit.

Tirol

Marko Witting

„TT“

Jurystimmen: Schupft Lokalredaktion in Schwaz. Ausgezeichnete Schreibe und sehr vielseitig.

Salzburg

Stefanie Ruep

„Standard“

Jurystimmen: Wechselte von den „OÖNachrichten“ zum „Standard“. Am Beginn der Laufbahn schon viele Job-Angebote.

Stephanie Fuchs

LT1

Jurystimmen: Auf TV umgestiegen – schnell heimisch. Taffe Interviews.

Christian Feigl

„NÖN“

Jurystimmen: Leitet Ausgabe Neunkirchen. Beweist Gefühl für schwierige Themen (z. B. Semmering-Basistunnel).

Wien

Christoph Mierau

„Österreich“

Jurystimmen: Seit 15 Jahren Wien-Redakteur. In vielen stadtpolitischen Fragen voraus.

Burgenland

Michael Pekovics

„BVZ“

Jurystimmen: Für ganz Südburgenland zuständig. Vertritt dessen Anliegen sehr intensiv.

Steiermark

Bernd Hecke

„Kleine“

Jurystimmen: Verantwortet „G7“. In wenigen Monaten gelungen, ein völlig neues Regionalprodukt journalistisch zu positionieren.

Kärnten

Esther Farys

„Kleine“

Jurystimmen: Jung, ambitioniert. Betreut und schreibt den „Kärntner des Tages“.

Erschienen in Ausgabe 12/2011 in der Rubrik „Medien“ auf Seite 36 bis 47. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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