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„Die RMA beginnt zu greifen“ - Der Österreichische Journalist - medien journalismus zeitung print magazin radio tv online

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Special

„Die RMA beginnt zu greifen“

Kärntner „Woche“ macht gute Gewinne im strategischen Umfeld des Gratis-Wochenzeitungsrings.

Die Kärntner Gratiswochenzeitung „Woche“ stammt aus dem Hause Styria, ist seit 2009 Teil der Regionalmedien Austria AG (RMA), einem 50:50-Joint-Venture der Styria Media Group AG und der Moser Holding AG. Laut ÖAK wurden im ersten Halbjahr im Gratisvertrieb 218.407 Exemplare verteilt. Redmail stellt die Zeitung jeden Mittwoch an die Haushalte zu. Regioprint gibt die Zahl der Leser mit 279.000 an. Kärnten ist ein Leseland.

Uwe Sommersguter, Chefredakteur mit Sitz in Klagenfurt, ist ständig dabei, das mit 70 Seiten Umfang recht griffige Blatt den Bedürfnissen der breiten Bevölkerung anzupassen. Eine weitere Herausforderung des kommenden Jahres ist die Synchronisierung der Styria-Wochenblätter Kärntens und der Steiermark mit den in fünf weiteren Bundesländern erscheinenden „Bezirksblättern“ der Moser Holding sowie den zum RMA-Ring gehörenden Gratiswochenzeitungen in Wien und Vorarlberg. Am Ende der Entwicklung sollen die unterschiedlichen Produkte weitgehend standardisiert sein und ein gemeinsames Layout haben, wobei die eine oder andere Ausnahme erlaubt sein wird. Generell gilt es, den „Österreich-Ring“ dieser von Werbeeinnahmen lebenden Medien attraktiver zu gestalten.

„Wir lernen voneinander“, sagt Sommersguter. Die Chefredakteure aus mehreren Bundesländern treffen einander zum Gedankenaustausch, und wenn jemand eine funktionierende Idee hat, wird sie von den anderen abgekupfert. Die Kärntner „Woche“ hat beispielsweise die Mitmach-Plattform erfunden. Leser werden eingeladen, sich als „Regionauten“ – also Regionalberichterstatter – registrieren zu lassen. Sie greifen örtliche Neuigkeiten, Missstände oder Hilferufe auf und setzen ihre Neuigkeit per Internet in meinbezirk.at ab. 2.200 „Regionauten“ berichten derzeit aus allen Teilen des Bundeslandes. „Die, Regionauten‘ stehen auf Augenhöhe mit den Redakteuren“, sagt Sommersguter.

Die Regionalisierung wird zugleich mit klassischen Mitteln vorangetrieben. In Villach, Spittal und Klagenfurt wurden Büros für journalistische Mitarbeiter und Akquisiteure eingerichtet, weitere Büros sind geplant. Acht sollen es insgesamt werden. Das Redaktionssystem verbindet alle.

Die „Woche“ hat eine traditionelle Tendenz zur Landeszeitung, also zur Berichterstattung über kärntenspezifische Themen in Politik und Wirtschaft. Das ist aber eigentlich nicht der Sinn dieser Gratisblätter, ihre ökonomische Basis wird in der lokalen Verbundenheit mit den Menschen gesehen. Deshalb möchte Sommersguter die Proportionen zwischen Land und Bezirken Richtung Lokalisierung allmählich umdrehen. Trotz der neun Mutationen schieben sich noch zu viele Landesthemen in den Vordergrund, aber teilweise klappt es schon. „In Klagenfurts Lokalen qualmt der Protest“ kann zum Aufmacher über das Rauchverbot werden, „Know-how aus Villach für Olympia in Sotschi“ hebt das Selbstbewusstsein der Villacher, und „Bares für Transalpine Ölleitung soll fließen“ macht den Oberkärntner Gemeinden Hoffnung, von der Transalpinen Pipeline Triest-Ingolstadt (TAL) Profit in die Kassen spülen zu können.

Chefredakteur Sommersguter ist 40 Jahre alt und seit 1997 in dieser Funktion, wobei er dreieinhalb Jahre auch in Graz tätig gewesen ist. „Wir sind von der Seite 1 weg eine richtige Zeitung, wir haben unsere Quellen und unsere Ansprechpartner“, sagt er stolz. „Unsere Benchmark ist die Reichweite.“ Dass die Landespresseförderung gestrichen wurde, hält er für unfair. Solange es sie gab, war sie an bestimmte Gegenleistungen wie Anstellung von freien Mitarbeitern gebunden gewesen. „Die Mitarbeiter wurden der Quote entsprechend angestellt, aber plötzlich ist Presseförderung weg.“

In Not wird die „Woche“ nicht geraten. Geschäftsführer Robert Mack ist voll Optimismus. „Wir sind auf dem Kärntner Markt bestens platziert, sowohl bei Lesern als auch Kunden.“ Die RMA beginne ökonomisch zu greifen, das heißt, es werden immer mehr Inserate überregional in mehreren Bundesländern geschaltet. Dass die „Woche“ Gewinne mache, sei überhaupt keine Frage. Er hoffe, dass in dem Jahr eine zweistellige Rendite herauskomme.

Erschienen in Ausgabe 12/2011 in der Rubrik „Special“ auf Seite 80 bis 81. © Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Für Fragen zur Nutzung der Inhalte wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion.

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